Aufgespießt Nächtliches Glockengeläut wie von Geisterhand
Unerklärlicher Lärm aus der Friedhofskapelle reißt Anwohner aus dem Schlaf.

Es gibt Dinge zwischen Himmel und Erde, die selbst im 21. Jahrhundert weder menschliche Wissenschaft noch künstliche Intelligenz erklären können. Etwa, warum die Friedhofskapelle im Wuppertaler Stadtteil Langerfeld die Anwohner wiederholt in tiefster Nacht aus dem Schlaf reißt: Stundenlanges Dauerläuten terrorisierte die Nachbarn gestern ab 3 Uhr – zum zweiten Mal innerhalb nur weniger Tage.
Die herbeigerufene Polizei musste nach dem Spähen durch die Fenster unverrichteter Dinge abziehen. Denn kein Einbrecher hatte die ordentlich verschlossene Tür aufgehebelt, und drinnen wurde auch keine schwarze Messe zelebriert.
Erst einem vom städtischen Ordnungsamt herbeigerufenen Schlüsseldienst gelang nach zwei Stunden das Vordringen zur Lärmquelle, ein Elektriker schloss einen technischen Defekt aus. Also doch höhere Mächte am Werk?
Vielleicht.
Aber es gibt auch einen ganz profanen Verdacht: Vor dem Lärm hatte es Stromausfälle in Wuppertal gegeben; als Strom wieder floss, könnte ein Spannungsimpuls die Glocken-Elektronik durcheinandergebracht haben. Oder sie wollte einfach eine moderner Nachtwächterin sein. „Liebe Leute, lasst euch sagen: Ihr habt wieder Strom.“ Aber das hätte sie auch leiser rufen können ...