Wegenetz und Ausleihstationen in der Havelregion bieten speziellen Service für Radtouristen Die Buga ganz einfach erradeln
Bewegung, frische Luft und Blütenpracht: Was gibt es Schöneres, als die Bundesgartenschau mit dem Fahrrad zu erleben? Die Organisatoren haben viel auf die Beine gestellt, um den Buga-Besuch für Radler so angenehm wie möglich zu machen.
Havelberg l Die Bundesgartenschau in Havelberg habe ich natürlich längst schon besucht. Allerdings seinerzeit mit dem Auto. Dass das mit dem Fahrrad auch ganz bequem geht, habe ich vor kurzem ausprobiert.
Am Bahnhof der Gemeinde Glöwen treffe ich Marcel Diederichs. Er ist Referent für Verkehrsplanung beim Buga-Zweckverband im brandenburgischen Premnitz und hat mich eingeladen, die Strecke von Glöwen nach Havelberg mit dem Fahrrad zurückzulegen. Aber nicht mit irgendeinem Fahrrad, sondern mit einem sogenannten E-Bike. Die Räder mit Elektroantrieb erleichtern das Treten enorm, bei einer Geschwindigkeit von bis zu 25 Stundenkilometern.
Buga-Fahrräder werden bei Gruppen immer beliebter
Diese, aber auch normale Fahrräder verleiht in Bahnhofsnähe der Fuhrunternehmer Mathias Wendt nach Absprache. "Unsere E-Bikes werden gern genommen", sagt er. Kosten tut die Ausleihe täglich 20 Euro, mit Buga-Karte 18 und für drei Tage 55 Euro.
Wie ich später vom Buga-Bike-Vertreiber Gunnar Reimann aus Berlin erfahre, gibt es auch Gruppenrabatte beim Fahrradausleih. "Immer mehr Gruppen nutzen unser Angebot", informiert er. Überhaupt nehme der Trend, die Buga mit dem Rad erleben zu wollen, zu. Im Mai seien über 300 Räder verliehen worden.
Schon am Bahnhof Glöwen verweist eine große Infotafel auf die Highlights der Buga, ihre Standorte sowie Verkehrsmöglichkeiten und -anbindungen. Hier macht Mathias Wendt die E-Bikes startklar. Bis zu fünf dieser Sorte kann er am Standort verleihen, wie er sagt. Ein Ladegerät könnten sich Mieter gleich mitnehmen. Gut drei Stunden müssten die Räder an die Steckdose, dann sind sie geladen.
Dann schwinge ich mich mit Marcel Diederichs auf den Sattel und los geht`s mit bis zu 25 Stundenkilometern in Richtung Havelberg. Unterwegs fallen mir kleinere Hinweisschilder auf. Auf wichtigen Fahrradrouten, die zu den Buga-Standorten führen, werde immer wieder mit Schildern auf die Gartenschau hingewiesen, erklärt Diederichs. Auch in den Standorten selbst könnten Besucher sich anhand der Beschilderung gut orientieren. Wer die Buga zum Mitnehmen auf dem Smartphone möchte, kann sich die eigens dafür geschaffene App kostenlos runterladen. Hier gebe es eine zusätzliche Navigationsfunktion.
Besucher können Räder an Servicepunkten abgeben
Die Fahrräder, die wir bei Mathias Wendt in Glöwen ausgeliehen haben und die an sieben weiteren Buga-Bike-Stationen erhältlich sind, können übrigens an jeder der Stationen wieder abgegeben werden. Unter anderem am Servicepunkt nahe dem Haus der Flüsse in Havelberg. "Hier können Sie auch Räder ausleihen, sollten uns aber zuvor telefonisch oder übers Internet informieren", erklärt Buga-Mitarbeiterin Marina Wienecke. An dem Infopunkt stehen Besuchern derweil weitere fahrbare Untersätze kostenfrei zur Verfügung. Darunter Bollerwagen, Rollstühle und Gehhilfen. Zudem gibt es Schließfächer für Sachen oder Gepäck.
Gerade haben sich Petra Friedrich und Erika Brix aus Freiberg mit Buga-Infomaterial versorgt. Die beiden sind von Hamburg den Elberadweg bis Havelberg gefahren. "Heute schaffen wir es nicht zur Buga, aber beim nächsten Mal bestimmt", sagen sie. Am Havelberger Busbahnhof wartet unterdessen ein Bus der Linie 900. Dieser fährt über Tangermünde nach Stendal. "Aus dem Landkreis Stendal ist die Buga in erster Linie mit dem Bus 900 und der Regionalbahn 34 von Stendal nach Rathenow aus erreichbar", informiert Diederichs. Letztere fahre an Wochenenden sogar im Stundentakt. Gleiches gelte die gesamte Woche über auch für die Busse, darunter auch die Linie 686 von Havelberg nach Rathenow. Im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten können Besucher auch Fahrräder im Bus 900 mitnehmen, erfahre ich später vom Unternehmen Stendal-bus.
Via Bahn und Rad ist auch Birgit Bosse mit ihren zwei Töchtern aus Nienburg (Saale) angereist. "Wir haben alle Standorte bis auf Rhinow abgefahren", sagt sie. Ab Kirchmöser seien sie die 120 Kilometer umfassende Buga-Route geradelt. Dazu hätten sie sechs Tage gebraucht. "Sie können auch die Buga-Express-Route nehmen", erklärt Marcel Diederichs der Familie. Diese umfasse nur 80 Kilometer.
Die E-Bikes lassen Diederichs und ich am Ende der "Reise" beim Servicepunkt. Dort werden sie demnächst entweder weitervermietet oder mit einem Transporter wieder zurück nach Glöwen gefahren.