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Innovation oder Unsichere Technik? Keyless-Schließsysteme: Was müssen Autofahrer beachten?

Eine technische Innovation bei vielen Neuwagen ist das sogenannte Keyless-System. Autos können somit mittels eines Chips im Komfort-Schlüssel gestartet werden. Doch diese Technik bietet nicht nur Vorteile - sie birgt auch einige Gefahren.

08.08.2022, 13:56
Keyless-Systeme bieten Komfort, aber durch mangelnde Sicherheit auch Gefahren.
Keyless-Systeme bieten Komfort, aber durch mangelnde Sicherheit auch Gefahren. Foto: dpa/picture alliance/Uli Deck/Symbol

Magdeburg/DUR/awe - Altbekannte Fahrzeugschlüssel, die mit Halm und Kopf sowie einem Funksender ausgestattet sind, gehören für viele Autobauer allmählich der Vergangenheit an. Seit einigen Jahren setzen viele Hersteller auf das sogenannte Keyless-System, also der Bedienung ohne Schlüssel. Von Keyless Go ist die Rede, wenn sich Fahrzeuge mittels eines verbauten Startknopfs zum Fahren betätigen lassen. Das Keyless Entry bezeichnet das Öffnen von Autos durch Komfort-Schlüssel, die einen Chip enthalten.

Wie funktioniert Keyless Go? Wie funktioniert Keyless Entry?

Bei der Schließtechnik Keyless müssen Autofahrer den Schlüssel nur bei sich tragen, um das Auto zu öffnen. Zum Öffnen ist kein Tastendruck oder manuelles Öffnen mehr nötig. Sobald Fahrer sich dem Fahrzeug nähern, erkennt dieses per Funk den Schlüssel. Beim Berühren des Türgriffs oder Drücken einer Taste am Türgriff öffnet die Zentralverriegelung.

Gestartet wird ohne Zündschlüssel durch Druck auf den Startknopf.
Keyless-Schließsysteme sind heute weit verbreitet - sogar in Kleinwagen und auch bei Motorrädern. Teilweise sei ein solches System für einen Aufpreis von einigen 100 bis über 1000 Euro zu haben. Manchmal  gehören sie aber auch zur Serienausstattung oder sind untrennbar mit Fahrer-Assistenz-Paketen kombiniert, teilt der ADAC mit.

Wie sicher ist Keyless Entry?

Für den Diebstahl von Keyless-Fahrzeugen ist kein "Hacken" von Daten erforderlich oder Verschlüsselungen notwendig. Es genügt ein einfacher Reichweiten-Verlängerer. Ein gestohlenes Auto läuft auch ohne Schlüssel so lange, wie Sprit im Tank, bis der Motor abgewürgt oder ausgeschaltet wird, warnt der ADAC.

Wie kann die Keyless-Technik sicherer gemacht werden?

Autos mit Keyless-Schließsystem können laut ADAC mit digitaler Funktechnik leicht sicherer gemacht werden. Diese verwendet Computerchips mit Ultra-Wide-Band-Technik (UWB) im Schließsystem, mit deren Hilfe aus der Laufzeit der Funksignale sehr präzise die Entfernung des Schlüssels zum Auto ermittelt werden kann. Bei Verwendung einer Funk-Verlängerung, wie es bei dieser Form von Autodiebstahl der Fall ist, reagiert das Fahrzeug nicht mehr.

Seit einigen Jahren setzen immer mehr Autobauer auf die Keyless-Sicherung mit UWB. Darunter Audi, Seat, Skoda, Volkswagen und Jaguar Land Rover.

Keyless Go nachrüsten

Um die Keyless-Funktion nachzurüsten, benötigen Fahrzeuge eine Zentralverriegelung. Da der Einbau sehr komplex ist, sollte die Nachrüstung von einer Fachkraft in einer Werkstatt vorgenommen werden. Der Schlüssel wird dann in das Schloss gesteckt und die Zündung aktiviert, sodass das Lenkradschloss deaktiviert wird. Im Anschluss muss der Schlüssel abgeschnitten werden, damit dieser dann im Schloss stecken bleibt. Die Wegfahrsperre wird dann mit dem Keyless Go-System geregelt, berichtet Focus. Über Angebote zum Umrüsten sollte sich am besten in Werkstätten informiert werden. Keyless-Schließsysteme zum selbst anbringen finden sich im Internet und liegen bei Preisen von etwa 500 bis 800 Euro.

Wie können sich Autofahrer mit Keyless-Systemen schützen?

  • In de Bedienungsanleitung des Fahrzeugs nachsehen, ob sich das Keyless-Schließsystem deaktivieren lässt.
  • Vor dem Kauf eines Autos den Sicherheitsaspekt bei der Wahl eines Keyless-Systems bedenken und wenn möglich, darauf verzichten.
  • Fahrzeug über Nacht möglichst in einer verschlossenen Garage abstellen.
  • Funkschlüssel innerhalb von Gebäuden nicht in der Nähe von Außentüren, Außenwänden und Fenstern aufbewahren.

Der ADAC warnt außerdem davor Schlüssel in Alufolie zu wickeln. Diese Methode ist keine zuverlässige Hilfe, da die Folie nicht immer ausreichend abschirmt. Wird ein Fahrzeug trotzdem gestohlen, trägt womöglich der Autobesitzer eine Mitschuld, weil die Folie nicht optimal angebracht wurde.

Das gilt auch für Blechdosen oder abschirmende Etuis, die die Funkwellen teilweise trotzdem durchlassen. Beispielsweise wenn ein etwas größerer Schlüssel das Schließen des Etuis verhindert.