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Reifen „aufbrauchen“ Winterreifen im Sommer erhöhen das Unfallrisiko

Wer seine nicht mehr taufrischen Winterreifen im Sommer weiterfahren will, sollte das, wenn überhaupt nur sehr vorsichtig und nur in einer gewissen Übergangszeit machen - eine gute Idee ist's nicht.

Von dpa 03.04.2025, 16:51
Sicherheitsrisiko: Im Sommer verschlechtern sich die Fahreigenschaften von Winterreifen erheblich.
Sicherheitsrisiko: Im Sommer verschlechtern sich die Fahreigenschaften von Winterreifen erheblich. Julian Stratenschulte/dpa/dpa-tmn

München - Winterreifen im Sommer weiterzufahren ist grundsätzlich keine gute Idee, so der ADAC. Denn das ist zwar rein rechtlich nicht verboten, solange noch mindestens 1,6 Millimeter Restprofil vorhanden sind, doch ratsam ist das nicht. Denn die Pneus sind Spezialisten für Kälte und winterliche Straßen – im Sommer verschlechtern sich ihre Fahreigenschaften erheblich. Daher rät der Club, rechtzeitig auf Sommerreifen zu wechseln.

Winterreifen sind im Sommer im Nachteil

Egal, ob aus Kostengründen oder im Sinne der Nachhaltigkeit. Wer abgenutzte Winterreifen im Sommer dennoch aufbrauchen will, sollte generell hohe Temperaturen meiden und die Reifen nur in der Übergangszeit bis Mai/Juni verwenden. Das sei weniger kritisch. Im Hochsommer sind demzufolge Winterreifen ein Risiko für die Sicherheit - wie auch ein Test des Clubs zeigte.

Dabei wurden bei sommerlichen Bedingungen drei verschiedenen Winterreifen-Modelle mit unterschiedlichen Profiltiefen im Vergleich mit Sommerreifen getestet. Die Resultate nannte der Club „alarmierend“. Im Trockenen wurde der Bremsweg aus Tempo 100 deutlich länger: Das Vergleichsauto mit Sommerreifen stand bereits vor einem Hindernis, als das winterbereifte Auto hier noch mit etwa 37 km/h fuhr.

Nicht zu viel Profil - aber auch nicht zu wenig

Reifen mit besonders viel Restprofil – über vier bis fünf Millimeter – sollten Autofahrer im Sommer gar nicht mehr weiterfahren und für den nächsten Winter schonen. Sind grundsätzlich schon Winterreifen für den Sommer nicht gut geeignet, sind es Reifen mit hoher Profiltiefe noch weniger, wie der Test zeigte. 

Je höher die Profiltiefe der Winterpneus und je höher die Umgebungs- und Straßentemperaturen waren, desto länger fiel der Bremsweg aus. Die grundsätzlichen Nachteile können bei reduzierter Profiltiefe geringer ausfallen. Doch weniger als wiederum drei Millimeter sollte das Profil auch nicht haben. Denn dann steige das Risiko von Aquaplaning.

Langsam fahren: Vor allem bei hohem Tempo oder heißem Asphalt sind Winterreifen gefährlich – denn der Reifen werde zu warm dabei und stark in seiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Außerdem sollten hohe Beladungen vermieden werden – auch das erwärmt die Laufflächen zusätzlich und sorgt für nicht ausreichend Haftung.

Es kann zudem nach Unfällen im Einzelfall auch mit Probleme mit Versicherungen geben, wenn diese beispielsweise eine falsche Bereifung für zu lange Bremswege anführt, erklärt der ADAC in einem Video.