Tag des offenen Denkmals Eintauchen in die Geschichte: Zahlreiche Bauwerke öffnen am Sonntag
Zum Tag des offenen Denkmals lohnt sich eine Rundreise durch das Jerichower Land. Viele Bauwerke geben Einblick in die vielfältige und auch spannende Geschichte der Region. Die Volksstimme hat einige Empfehlungen zusammengestellt.
Burg - Zwischen Jerichow und Loburg lohnt sich am kommenden Sonntag, 10. September, eine Rundreise zum Tag des offenen Denkmals. Ob Kirchen, Schlösser, Erinnerungsstätten oder Türme – sie alle vermitteln die Geschichte der Region auf unterschiedliche Weise.
Villa aus den „Goldenen Zwanzigern“ erstrahlt in neuem Glanz
Wie beispielsweise das markante Gebäude in der Burger Bruchstraße 20/21. Die frühere Villa des Handschuhfabrikanten Wilhelm Krocker aus den 1920er Jahren wurde 2018 bis 2022 aufwendig restauriert und ist heute Sitz der Thomas Illies GmbH. Entstanden sind zudem drei hochwertige Wohnungen mit den Namen „Ihleufer“, „Spatzennest“ und „Weinbergblick“.
Für Anika Schiffner war der Einzug im August vergangenen Jahres „ein Glücksfall“. Die Lehrerin am Roland-Gymnasium, die 2007 in der Kreisstadt das Abitur abgelegt hat , kam von Ostfriesland wieder zurück in ihre Heimatstadt und fühlt sich mit ihrer Tochter in der Villa wohl. Das Haus mit dem weithin sichtbar gestalteten Giebel vereint den Charme des Historischen mit dem Modernen. „Ein besonderes Konzept“, sagt die junge Frau.
Drinnen taucht der Besucher in die Zeit ein, als Wilhelm Krocker mit seiner Familie wohnte und residierte und von 1953 bis 2011 auch die Keisvolkshochschule – ein wenig herrschaftlich mit den alten Paneelen, Fenstern, die natürlich aufgearbeitet wurden, oder dem Parkett, das nach der Bearbeitung wie neu aussieht. Auch die Heizkörper aus den 20er Jahren sind vollständig erhalten und wurden mit moderner Regeltechnik ausgestattet. Nicht zuletzt deshalb wurde die Instandsetzung 2022 mit dem Bundespreis für Denkmalpflege gewürdigt.
Die Villa ist am Sonntag von 14 bis 16.30 Uhr geöffnet. Führungen werden um 14 und 15 Uhr angeboten. Im Hinterhof können sich die Gäste auf einen Kuchenbasar des Gymnasiums freuen und gern verweilen. „Wir freuen uns über viele Interessierte“, sagt Eigentümerin Gundula Illies.
Einblicke in das alte Gerberhandwerk
Von 14 bis 17 Uhr öffnet zudem in Burg die historische Gerberei in der Hainstraße. Die voll ausgerüstete Chromgerberei, die noch bis 1991 in Betrieb war, bietet einen Einblick in dieses Gewerbe. Im zugehörigen Hochständerhaus aus dem 15./16. Jahrhundert präsentiert der Heimatverein seine Ausstellungen. Die Dauerausstellung widmet sich der Geschichte Burgs als Garnisonsstandort, während die aktuelle Sonderausstellung historische Fundstücke präsentiert und die Mühlengeschichte der Ihlestadt präsentiert.
Auf den Spuren von Carl von Clausewitz
In der Burger Clausewitz-Erinnerungsstätte in der Schulstraße können Besucher zwischen 14 und 17 Uhr die Dauerausstellung sowie das Objekt des Monats September in Augenschein nehmen und sich mit dem Wirken und Schaffen von Carl von Clausewitz auseinandersetzen.
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Italienisches Flair im Kloster Jerichow
Ein volles Programm erwartet die Besucher im Kloster Jerichow im Norden des Kreises. Die Klosteranlage aus dem 12. und 13. Jahrhundert gilt als ältester Backsteinbau Norddeutschlands.
Von 10 bis 18 Uhr wird in Vorführungen gezeigt, wie die Backsteine damals hergestellt wurden. In der Architekturführung um 14 Uhr erfahren die Besucher, wie dieser Baustil aus Italien nach Sachsen-Anhalt kam und sich von hier aus weiter verbreitete.
Einen besonderen Einblick in das Kloster erhalten Interessierte online ab 11 Uhr. Bei einer Live-Führung, die auch auf Instagram gestreamt wird, erkunden die Klosterführer gemeinsam mit den Zuschauern Winkel und Räume des Gebäudes, die sonst nicht der Öffentlichkeit zugänglich sind.
Töpferwaren und Führungen im Schloss
Das Leitzkauer Schloss steht am Sonntag ganz im Zeichen des überregional bekannten Töpfermarkts. Von 10 bis 17 Uhr findet das Markttreiben im Schlosshof statt. Zudem werden um 11 und 14 Uhr kostenlose Führungen angeboten.
Die Telegrafenstraße kennenlernen
Einen Einblick in Kommunikationstechnik früherer Zeiten bietet der Heimatverein Grabow. An der Telegraphenstation Nr. 11 (Telegraphenstraße in Grabow) ist ein voll funktionsfähiger Signalmast nach dem Vorbild aus dem 19. Jahrhundert zu besichtigen. Von 14 bis 17 Uhr besteht die Möglichkeit, selbst Zeichen einzustellen oder Zeichen mittels Codebuch zu entschlüsseln.
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Weitere Termine zum Tag des offenen Denkmals in der Region (Auswahl):
Burg: Bismarckturm (Neuenzinnen) geöffnet 14-17 Uhr
Burg: Kirche Unser Lieben Frauen geöffnet 11-17 Uhr; Gottesdienst zum Jahresmotto des Denkmaltags um 11 Uhr.
Burg: St. Nikolai-Kirche, Offene Kirche 12-17 Uhr
Detershagen: Kirche geöffnet 10-17 Uhr mit Programm und Fotoausstellung
Dornburg: Schloss geöffnet 12-16 Uhr; Führungen um 12, 13, 14 und 15 Uhr
Dornburg: Schloss- und Dorfkirche „St. Christophorus“ geöffnet ab 10 Uhr; Ausstellung „Bilder der Region“, Abschlusskonzert zum Deutschen Orgeltag um 16.30 Uhr.
Ferchland: Kirche geöffnet ab 14 Uhr; Eröffnungsgottesdienst, Turm- und Glockenbesichtigungen
Genthin: Kreisheimatmuseum geöffnet 14-17 Uhr mit Sonderausstellung zur Modegeschichte
Grabow: Ev. St. Jakobi-Kirche geöffnet 10-12 und 14-17 Uhr, Führungen nach Bedarf
Hohenseeden: Romanische Dorfkirche geöffnet 10-19 Uhr; Chorkonzert um 14 Uhr
Hohenwarthe: Kirche geöffnet 13-17 Uhr
Jerichow: Holländerwindmühle geöffnet 10-17 Uhr mit Sonderausstellung
Karow: Gutsanlage mit Herrenhaus und Park geöffnet 12-18 Uhr
Loburg: St. Laurentiuskirche geöffnet 11-18 Uhr.
Möckern: Teehaus im Schlosspark geöffnet 11-16 Uhr
Möckern: Heimatstube im Schloss und Turm; Führungen um 11 und 13 Uhr
Nedlitz: Romanische Dorfkirche ; Führungen durch die Kirche und zu den den Nedlitzer Mumien um 10 und 15 Uhr