Fraut stirbt in gefängniszelle JVA Burg bald "Deutschlands Skandal-Knast"? Die größten Katastrophen in Sachsen-Anhalts Hochsicherheitsgefängnis
Die JVA Burg geht langsam unfreiwillig ins Rennen um den Titel "Deutschlands Skandal-Gefängnis". Erneut macht Sachsen-Anhalts Hochsicherheitsknast Schlagzeilen. Nun starb eine Frau in einer Zelle. Nicht die erste Katastrophe.

Burg. Die JVA Burg und die Katastrophen und Tragödien - sie reißen einfach nicht ab. Eine Übersicht mit allen Skandalen, mit denen die JVA Burg Schlagzeilen gemacht hat.
1. Frau besucht Ehemann in JVA Burg und stirbt hinter Gefängnismauern
Es ist eine Schocknachricht am 4. April: Eine Frau soll bei einem Besuch in der JVA Burg von ihrem Ehemann umgebracht worden sein. Stück für Stück zeigt sich jedoch, dass es auch ganz anders gewesen sein könnte. Es besteht der Verdacht des Totschlags, doch noch laufen die Ermittlungen.
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2. Großes Sicherheitsleck in der JVA Burg
Ende 2024 wird bekannt, dass Gefangene in der JVA Burg einen Lageplan des Hochsicherheitsgefängnisses einsehen konnten. Darin waren etwa Installationskanäle, Schlüssel- und Saferaum sowie die Orte verzeichnet, wo Waffen und Munition gelagert sind. Die Gefängnisleiterin Ulrike Hagemann wurde daraufhin freigestellt.
3. Ordner der JVA Burg soll beim Transport verloren gegangen sein
Nicht mal zwei Wochen später wird erneut ein Sicherheitsleck im Hochsicherheitsgefängnis bekannt.
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Diesmal soll ein Ordner der Justizvollzugsanstalt (JVA) Burg mit sicherheitsrelevanten Informationen und personenbezogenen Daten verschwunden sein. Irgendwo zwischen Magdeburg und Burg könnte es passiert sein, auf dem Transport vom Ministerium zur Justizvollzugsanstalt. Das berichtet der "MDR".
4. Häftling flieht nach Arztbesuch - Mann reißt sich trotz Handschellen los
Nur wenige Tage später berichtet erneut der "MDR", dass ein Häftling kurz vor Weihnachten, nach einem Arztbesuch, geflüchtet sein soll. Trotz Handschellen hätte sich der Häftling losgerissen und sei davongelaufen. Erst rund eine Stunde später wurde er von Justizbeamten in der Nähe der Klinik entdeckt.
Eine Flucht gab es in der JVA Burg übrigens schon einmal - 2015 war das bereits. Damals fliehte ein 41-jähriger Häftling der Justizvollzugsanstalt Burg, nachdem er bei einem Familienbesuch im offenen Vollzug in Magdeburg weilte.
5. Geiselnahme in der JVA Burg: Halle-Attentäter bekommt zusätzliche sieben Jahre Haft
Der Halle-Attentäter Stephan B. sorgte in der JVA Burg 2022 ebenfalls für Schlagzeilen. Er soll eine JVA-Bedienstete mit einem aus Alltagsgegenständen zusammengebauten Schussapparat beim Einschluss in seiner Zelle in seine Gewalt und als geisel genrommen haben. Damit zwang er zunächst den Gefängnis-Mitarbeiter mehrere Türen zu öffnen, sodass er so auf den Freistunden-Hof kam.
Dort näherte sich ein 40-jähriger Kollege. Balliet tauschte ihn gegen die erste Geisel aus und versuchte weiter mit der Waffe den Mann zu erpressen. Als wieder eine Tür geöffnet werden sollte, zählte der Gefangene mit Nachdruck und vorgehaltener Waffe einen Countdown herunter.
Erst auf dem Freistunden-Hof gelang ihr die Flucht und der Halle-Attentäter konnte überwunden werden. B. konnte überwältigt werden. Dafür bekam er weitere sieben Jahre Haft.
6. Silvio T. hält Justiz in Atem: Bislang größ´te Flucht in der JVA Burg
Silvio T. war Sachsen-Anhalts meistgesuchter Schwerverbrecher. Am 14. August 2012 flüchtete er bei einem Familienbesuch in Aschersleben und sperrte seine Bewacher, die Polizisten, in der Wohnung seiner Familie ein.
Zehn Tage lang suchte die Polizei mit zeitweise 70 Beamten nach dem Schwerverbrecher. Ein Einsatzkommando nahm ihn schließlich in Berlin fest.