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Bürgermeister Konrad Fuchs lehnt Beschlussvorlage ab "Das ist nicht die Zukunft"

06.09.2013, 01:02

Estedt/Solpke (dly) l Auch wenn es im Sozial- und im Finanzausschuss mehrheitliche Zustimmung für die Schulentwicklungsplanung 2014/15 bis 2018/19 für die Grundschule im Gebiet der Hansestadt Gardelegen gegeben hat, ist das Abstimmungsergebnis am 16. September im Stadtrat weiterhin offen. Eines steht aber schon fest: Bürgermeister Konrad Fuchs wird gegen die Beschlussvorlage stimmen. Das kündigte er gestern an. Auch wenn er die Argumente der Arbeitsgruppe Schulentwicklungsplanung verstehe, mit der Veränderung der Schuleinzugsbereiche den Standort Estedt erhalten zu wollen, "bin ich persönlich dagegen".

"Das ist nicht die Zukunft, so realistisch muss man das sehen", sagte Fuchs. Damit meint er auch, dass die geplanten 200000 Euro für notwendige Arbeiten an der Estedter Grundschule nicht ausreichen würden. Seiner Ansicht nach müsste man mit einer deutlich höheren Summe rechnen. Zudem stelle sich die Frage, woher das Geld genommen werden soll. Fuchs: "Denn für die Grundschule Estedt gibt es kein Fördergeld. Das steht so fest wie das Amen in der Kirche."

Die 200000 Euro seien Kosten für Arbeiten an den Toiletten, an der Treppe und dem Treppengeländer, an der Heizung und der Brandmeldeanlage, informierte Hauptamtsleiter Klaus Richter. Für die "nächsten zehn Jahre dürften die Investitionen reichen", sagte Richter. Geklärt werden müsste aber die Frage der Turnhalle, deren Sanierung wohl noch einmal diese Summe kosten würde.

Reutter-Grundschule könnte alle Estedter aufnehmen

Rüdiger Wolf, für die Feuerwehr-Fraktion als berufener Bürger im Finanzausschuss, wollte vom Hauptamtsleiter wissen, ob die Estedter Schüler denn überhaupt in Gardelegen Platz hätten. Ja, sagte Richter, die Schüler könnten alle in der Reutter-Grundschule aufgenommen werden - für den Unterricht, nicht aber für den Hort. Dazu fehle die Kapazität. Es müsste also weiter der Estedter Hort genutzt werden.

Natürlich spielten auch im Finanzausschuss die Elternreaktionen aus Solpke und Weteritz (siehe auch Beitrag Seite 15) eine Rolle. Denn die Empfehlung der Arbeitsgruppe ist, die Kinder aus Solpke und Weteritz künftig in Estedt einzuschulen und die aus Potzehne und Parleib in Letzlingen. Er könne die Eltern aus Solpke verstehen, die ihre Kinder lieber ins näher gelegene Mieste schicken möchten, sagte Ulrich Damke, für die Freie Liste als berufener Bürger im Finanzausschuss.

Gegen die Vorlage stimmte am Mittwochabend Reinhard Hapke (Linke-Fraktion). Er wolle nicht in Abrede stellen, dass sich die Arbeitsgruppe Mühe gegeben hat, "aber mir scheint, dass die Entscheidung nach Interessenslage getroffen wurde". Er erinnerte an eine Aussage von Konrad Fuchs während der Diskussion über die Schließung der Solpker Grundschule. Fuchs hatte damals um Zustimmung geworben mit dem Argument, dass die Solpker dann in einer sanierten Miester Grundschule lernen können. Dass die Solpker nun nach Estedt fahren sollen, halte er darum für "keinen guten Kompromiss".