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Frische Farbe für altes Schmuckstück Rund 20 Lehrlinge helfen bei den Sanierungsarbeiten im Kolpinghaus in Halberstadt

Von Christina Stapel 04.08.2012, 03:20

Tapezieren, Malern, Streichen, Fußbodenbelag verlegen - die Liste der zu erledigenden Aufgaben bis zur fertigen Sanierung des Kolpinghauses ist lang. Viele der Arbeiten übernehmen derzeit rund 20 Auszubildende aus Brakel und Hettstedt.

Halberstadt l Christian Sanke und Lubos Sluka streichen das Glasgewebe der Wand im Erdgeschoss des Kolpinghauses. Die beiden jungen Männer aus dem nordrhein-westfälischen Brakel befinden sich im zweiten Lehrjahr ihrer Ausbildung zum Bau- und Metallmaler. "Wir sind seit Montag hier, die Arbeit macht uns Spaß", erzählt Christian Sanke. Er und Lubos Sulka sind zwei der rund 20 Auszubildenden, die derzeit bei der Sanierung des Fachwerkhauses neben der Katharinenkirche helfen. "Die Jugendlichen machen sich gut, sind fleißig, arbeiten schnell. Die praktische Arbeit ist eine gute Vorbereitung für den Zeitpunkt, in dem sie sich in der freien Wirtschaft behaupten müssen", fasst Herbert Frischemeier zusammen. Neben den vier Lehrlingen aus Brakel, die Frischemeier betreut, sind heute weitere zehn Auszubildende aus Hettstedt vor Ort.

Nutzung des Hauses dient dem Kolpinggedanken

"Alle lernen am Kolping Berufsbildungswerk, die einen in Hettstedt, die anderen in Brakel", erklärt der Ausbilder. Das besondere an den Kolping-Berufsschulen ist, dass sie vor allem Jugendliche unterstützen, die auf Grund sozialer oder schulischer Schwächen schlechte Chancen auf einen Ausbildungsplatz haben. Seit Herbst vergangenen Jahres ist die Bildungsstätte in Hettstedt Eigentümer des markanten Fachwerkhauses in der Dominikanerstraße. Mit der Sanierung des Kolpinghauses sollen zwölf Wohneinheiten für betreutes Wohnen entstehen. Somit wird das Gebäude weiterhin sozial genutzt und dient dem Kolpinggedanken, Jugendlichen eine Herberge und einen Lernort zu bieten.

Ziel ist es, mit den Arbeiten bis zum September fertig zu werden. "Ein straffes Programm", sagt Heiko Seidensticker. Der Ausbilder betreut die zwischen zehn und zwölf Lehrlinge aus Hettstedt, die in der ersten Etage des Hauses die Wände tapezieren. Unter ihnen befinden sich auch Christoph Grabowski, Kay Remus und Isabella Schulze. "Das Grundieren ist anstrengend. Aber zu sehen, dass man etwas schafft, das auch stehen bleibt, erfüllt uns schon mit Stolz", so der 24-jährige Grabowski. Während der Arbeit im Kolpinghaus sehen die Jugendlichen auch, wie Handwerker aus anderen Gewerben arbeiten. "Es ist schon interessant, man kann sich zum Beispiel etwas bei den Fliesenlegern abgucken", so Isabella Schulze, die sich im ersten Ausbildungsjahr zum Bauten- und Objektbeschichter befindet. Als Frau in einem handwerklichen Beruf muss man sich durchsetzen können, weiß sie. "Mit ein wenig Selbstbewusstsein geht das schon." Jeden Morgen fahren die Lehrlinge gegen 7.30 Uhr von Hettstedt und Brakel nach Halberstadt. Von der Domstadt selbst haben sie bisher noch nicht viel gesehen. "Wenn wir Zeit haben, wollen wir uns den Dom ansehen", so Seidensticker. Noch bis zum September helfen die Jugendlichen bei der Sanierung des Gebäudes, doch schon jetzt stellt Christoph Grabowski fest: "Es wird ein gutes Gefühl sein, wenn alles fertig ist, hier vorbeizugehen und zu wissen, dass man dazu beigetragen hat."