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Ausbildungstag des Technischen Hilfswerkes mit einem nicht üblichen Angebot Für den kleinen Pieks kommen die Helfer aus der ganzen Region nach Halberstadt

Von Sabine Scholz 18.06.2012, 05:32

Warteschlange beim THW. Doch nicht die Neugier der Halberstädter sorgt für Stau im Treppenhaus, sondern ein Impftermin. Dabei ist der eher eine Randerscheinung an diesem Ausbildungstag beim Technischen Hilfswerk.

Halberstadt l Die Garagen sind verwaist. Die großen Fahrzeuge in ihrem markanten Blau sind im Einsatz - in Wegeleben zum Beispiel. Dort üben die Bergungsgruppe und die Fachgruppe Wasserschaden/Pumpen den Aufbau und Einsatz eines ultraleichten Gerüstsystems und der extrem leistungsstarken Pumpen. "Wenn die alle laufen, können 48 000 Liter Wasser in der Minute abgepumpt werden", berichtet Robin Schwarzer. Der junge Wernigeröder ist im Ortsverband Halberstadt des Technischen Hilfswerks unter anderem für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und führt über das Gelände an der Friedrich-List-Straße.

Auf dem fehlen zwar die großen Fahrzeuge, doch zahlreiche Helfer stehen und warten auf einen Einsatz ganz ungewöhnlicher Art. Sie treten an, um sich einen Pieks abzuholen. Ilona Kühne aus Magdeburg ist gemeinsam mit einem hauptamtlichen Mitarbeiter der Landesgeschäftsstelle extra nach Halberstadt gekommen, um den Helfern hier vor Ort eine Impfung zu verabreichen. Die Ärztin hat an diesem Tag viel zu tun. Neben den Aktiven aus dem Halberstädter Ortsverband sind auch die Helfer aus Quedlinburg und Calbe gegen zwei Hepatitis-Arten und Diphtherie zu impfen. "Der Bundesvorstand hat diese Impfung zur Pflicht gemacht, um die Helfer im Einsatz besser zu schützen", erklärt Robin Schwarzer.

Die Männer und Frauen sind in unterschiedlichen Fachgruppen aktiv. In Halberstadt gibt es, wie in jedem Ortsverband, eine Bergungsgruppe, die zur Rettung von Menschen bei schweren Unfällen, Explosionen oder Naturkatastrophen zum Einsatz kommt. "Manchmal wird unsere Bergungsgruppe oder das Räumgerät auch bei größeren Bränden benötigt. Aber das klärt der kostenlos zum Einsatz kommende Fachberater dann vor Ort mit dem zuständigen Feuerwehr-Einsatzleiter", berichtet der junge Helfer.

Außerdem sind in Halberstadt Fachleute aktiv, die bei Hochwasser oder anderen schweren Wasserschäden zum Einsatz kommen. "Auch eine Fachgruppe Sprengen gehört zu uns", erzählt Schwarzer. In der ist der Wegfall der Wehrpflicht schon deutlich zu spüren, nur noch ein Helfer verfügt derzeit über eine Sprengberechtigung. Seit es keine Wehrpflicht mehr gibt, kommen auch weniger junge Männer ins THW, um hier einen Ersatzdienst zu leisten. "Noch sind unsere Mitgliederzahlen stabil, und zum Glück haben wir eine aktive Jugendgruppe, aus der wir auch Nachwuchs für den aktiven Einsatz bekommen", erklärt Schwarzer, "aber bei den Mitte 20- bis Mitte 30-Jährigen fehlen uns schon Leute."

Dabei ist eine Mitarbeit im THW nicht nur gut, weil man anderen Menschen hilft. "Hier können vom Führerschein bis zur Sprengberechtigung unterschiedlichste Qualifikationen erworben werden, die auch im eigenen Berufsleben von Vorteil sein können, wirbt Schwarzer.

Eingebunden ist der Ortsverband, den Thomas Moritz und sein Stellvertreter Heiko Breithaupt leiten, auch in mehrere Kooperationen - unter anderem mit Tiergarten, Hagebaumarkt, Harzsparkasse, Grafikstudio Dreyer und HEX.