Stellvertretender Schulleiter verabschiedet sich nach 48 Arbeitsjahren aus dem Schuldienst Gerhard Hanke war Sportler, Koch und Schwimmer
Haldensleben. Sowohl die Schüler als auch das Kollegium der Haldensleber Johanne-Nathusius-Förderschule werden wohl mit einem weinenden und einem lachenden Auge in die Sommerferien starten. Wenn diese nämlich vorbei sind, wird Gerhard Hanke, der seit 1992 als stellvertretender Schulleiter der Einrichtung fungierte, nicht mehr Tag für Tag da sein. Gestern wurde er in seinen wohlverdienten Ruhestand entlassen. "Wenn wir uns an Gerd erinnern, denken wir zuerst an ihn als Sportler, der stets unsere Sportfeste ausrichtete", sah Schulleiter Sven Teßmann voraus. Auch als Koch und als Schwimmlehrer stand Gerhard Hanke den Kindern neben regulären Unterrichtsfächern stets tatkräftig zur Seite. "Es war nicht immer leicht, aber es hat viel Spaß gemacht", verriet der Lehrer selber und gab als Antwort auf die Frage nach seinen Zukunftsplänen: "Erst einmal habe ich ja Ferien. Und dann möchte ich hier in 15 oder 16 Jahren wieder herkommen und den Abschied von Herrn Teßmann feiern."
48 Jahre lang war Gerhard Hanke mit Leib und Seele bei seiner Arbeit. An der Humboldt-Universität in Berlin erarbeitete er sich ein Diplom als Rehabilitationspädagoge und war ab 1963 zunächst in der Haldensleber Bezirksnervenklinik im Bereich Gesundheitswesen tätig. 1992 übernahm er das Amt des stellvertretenden Schulleiters in der Nathusius-Schule, wo ihn alle Kollegen und Schüler so sehr ins Herz schlossen, dass sie ihm einen bewegenden Abschied bescherten. Ein Shirt mit bunten Fotos und ein selbst gebastelter "Rentner-Erinnerungskalender" waren nur ein Bruchteil von Dutzenden an Geschenken, die Gerhard Hanke am letzten Arbeitstag bekam. Sichtlich gerührt war der künftige Rentner von dem Programm, das die Kinder für ihn auf die Beine gestellt hatten: sie dichteten selbst ein Lied, in dem sie ihm viel Glück wünschten. Die Mitglieder der Tanzgruppe steckten nicht nur sich, sondern auch ihn kurzerhand in bunte Kostüme.
Auch die Gäste, Schulrat Holger Häberer, Amtsleiter des Schul- und Kulturamtes Heinrich Schulze und die Leiter vieler Förderschulen des Kreises, waren begeistert von dem Programm. Ines Musch, die ab 1. August Hankes Amt übernehmen wird, bekam so tolle erste Eindrücke von ihrer künftigen Arbeitsstelle.