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Rita Mittendorf sprach zu Jugendlichen des Förster-Gymnasiums über das Erwachsenwerden "Ihr entscheidet selbst über euer Leben"

Von Marita Bullmann 15.05.2012, 05:31

Abschied von ihrer Kindheit nahmen 51 Achtklässler aus dem Professor-Friedrich-Förster-Gymnasium mit ihrer Jugendweihe. In zwei Feierstunden ging es um diesen besonderen Schritt in ihrem Leben - erwachsen zu werden.

Haldensleben l "Erwachsen werden ist ein langer und aufregender Prozess, in dem ihr mitten drin steckt", wandte sich Rita Mittendorf an die festlich gekleideten Jugendlichen. "Ihr werdet eine neue Welt entdecken. Die Feier ist das eine, ins Leben zu gehen, das andere. Wir Älteren können nur Ratschläge geben." Die Landtagsabgeordnete empfahl den jungen Leuten drei Tugenden - Mut, Gelassenheit und Klugheit. Tugenden, das Wort sei heute zwar unmodern, die jungen Leute haben dafür ihre eigenen Begriffe.

Viele Chancen würden sich ihnen eröffnen, aber es gäbe auch viele Risiken, stellte die Festrednerin fest. Sie ermunterte die Jugendlichen, selbst Initiative zu ergreifen, Mut zu haben, sich einzumischen, um etwas zu verändern, damit es gerechter und menschlicher wird. Und sie mahnte: "Egoismus ist Gift für unsere Gesellschaft." Wir hätten selbst Solidarität erfahren, erinnerte sie. Allerdings müssten sie auch Gelassenheit aufbringen, denn es gibt auch Dinge, die kann man nicht ändern. Jeder soll sich selbst, so wie er ist, annehmen und auch andere akzeptieren.

Rita Mittendorf wandte sich auch an die Eltern und Großeltern, die die Jugendlichen bisher begleitet und behütet haben, erinnerte an schlaflose Nächte und viele Sorgen. Jetzt müssen sie das Erwachsenwerden zulassen. "Die jungen Leute wollen sich ausprobieren."

Sie werden lernen, Verantwortung zu übernehmen, fügte die Rednerin an. "Ihr entscheidet selbst über euer Leben und ihr habt das Recht, auch mal Fehler zu machen. Aber ihr müsst dafür gerade stehen und euch auch mal entschuldigen."

Saskia Lohöfer und Paul Kapischka dankten in der einen Feierstunde ihren Eltern, Linda Rieke und Catharin Wachtel in der anderen. Es sei nicht leicht, erwachsen zu sein, stellt Saskia dabei fest. Dem stimmte Paul zu, er wünschte schließlich allen Jugendlichen nicht nur eine schöne Feier, sondern auch "dicke Briefumschläge".

Lucie Bachmann von der Yamaha Musikschule Magdeburg umrahmte mit Liedern und Rezitationen die Feierstunden. Und sie lud bei einem Lied sogar zum Mitsingen ein.