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Wohnungsbaugesellschaft "Roland" schafft zusätzlichen Wohnraum und investiert in Bestand Nach dem Neubau ist vor dem Neubau

Von Jens Kusian 12.02.2014, 02:14

Die Wohnungsbaugenossenschaft "Roland" Haldensleben kommt aus dem Bauen nicht heraus. Noch werden die restlichen Arbeiten am Neubau Rottmeisterstraße 19/21 erledigt, da kündigt sich für März schon das nächste Vorhaben an: An der Schulstraße sollen zwölf neue Wohnungen gebaut werden.

Haldensleben l Auch wenn der Jahresabschluss 2013 bei der Haldensleber Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) "Roland" offiziell noch nicht bestätigt ist, so steht für die beiden Vorstandsmitglieder Wolfgang Kaiser und Bernd Wasner fest: 2013 war ein gutes Jahr. "Ich habe ja mit einer schwarzen Null gerechnet, aber nicht mit einem Gewinn", freut sich Kaiser über das positive Ergebnis.

Denn die WBG hat im vergangenen Jahr sehr viel Geld ausgegeben. Allein gut 2,7 Millionen Euro hat die Genossenschaft in ihr Neubauprojekt Rottmeisterstraße 19/21 gesteckt. Am Standort der ehemaligen Kaufhalle, der nach der Wende zusehends zum Schandfleck mutierte, ist ein moderner Wohnkomplex mit insgesamt 38 Wohnungen entstanden. Die ersten Mieter sind bereits eingezogen, und nach den noch ausstehenden Arbeiten am Block Rottmeisterstraße 19 werden alle Wohnungen belegt sein.

Verschlissene Wohnungen werden komplett modernisiert

Weitere 1,25 Millionen Euro hat die WBG in Instandhaltung und Sanierung investiert. Mehr als 20 Wohnungen seien komplett saniert worden, sagt Wolfgang Kaiser. Das betrifft die Wohnungen, die bislang noch in Erstbezug waren und deren Mieter aus Altersgründen nun ausgezogen oder verstorben sind. "Sie wurden gerade im Rolandviertel teilweise in den 1950-er Jahren bezogen und sind seitdem nicht saniert worden", erklärt Bernd Wasner. Deshalb werden verschlissene Wohnungen - sowohl im Rolandviertel als auch auf dem Süplinger Berg - bei einem Mieterwechsel komplett modernisiert. "Zum Teil ändern wir dabei auch die Zuschnitte, sorgen so für größere Bäder und Küchen", ergänzt Kaiser. Gut drei Monate würde solch eine Vollsanierung dauern.

Für weitere 420000 Euro hat es im vergangenen Jahr auch energetische Sanierungen gegeben. So wurde der Wohnungsbestand im Rolandviertel mit neuen Brennwertgeräten ausgestattet, um die Heizkosten zu senken. Eine Investition komplett zu Lasten der Genossenschaft, denn "diese Modernisierungsmaßnahme haben wir nicht auf den Mietpreis umgelegt", so Wasner.

Einen positiven Spitzenplatz nehme die WBG beim Wohnungsleerstand ein. Fünf Prozent Leerstand, das sei ein top Wert im landesweiten Vergleich, meinte Wasner. Auch mit Mietschuldnern hätte das Unternehmen wenig Probleme. Gemessen an den Gesamtmieteinnahmen liege die Summe der Außenstände bei unter einem Prozent, versichert Kaiser.

Gut aufgestellt zeigt sich die Genossenschaft bei der Verschuldung. "Wir liegen bei 110Euro pro Quadratmeter, das ist das unterste Level im Land", machte Wolfgang Kaiser deutlich. Die größte Belastung dabei seien die Altschulden, doch die würden bis zum Jahr 2019 getilgt sein, so die optimistische Einschätzung des Vorstandsmitglieds. Der Verschuldungsgrad würde dann rapide sinken. Statt eine Million Euro pro Jahr müsste die WBG dann nur noch 300000 Euro abzahlen, hat Kaiser errechnet. Zudem nehme das Unternehmen Kredite nur für Neubaumaßnahmen auf, Instandsetzungen, Sanierungen und Modernisierungen würden aus den Einnahmen bestritten, unterstreicht Wasner das finanziell solide Fundament.

Sozusagen jahresübergreifend behandelt die WBG ihr aktuelles Neubauprojekt an der Schulstraße. Hier sollen zwölf neue Wohnungen - davon eine behindertengerecht - entstehen. Für die Planung wurden im vergangenen Jahr rund 300000 Euro ausgegeben, der Löwenanteil für den Bau wird in diesem Jahr investiert. Mit rund 1,8 Millionen Euro ist das Vorhaben, das etwa 1000 Quadratmeter neue Wohnfläche in der Innenstadt schafft, veranschlagt. Als Baubeginn visieren die beiden Vorstandsmitglieder den 3. März an - "wenn das Wetter mitspielt", wirft Bernd Wasner ein. Im März 2015, so hofft Wolfgang Kaiser, sollte der Neubau fertig sein.

Fairer und vernünftiger Wettbewerb mit der Wobau

In Zusammenarbeit mit der Haldensleber Wohnungsbaugesellschaft (Wobau) sollen zudem in diesem Jahr die Fassade und die Balkone am Wohnblock Köhlerstraße, der sogenannten Klagemauer, saniert werden. Rund 170000 Euro will die WBG dort sanieren. "Wir haben mit der Wobau gute Erfahrungen gemacht, als wir gemeinsam die Parkplätze für diesen Block im vergangenen Jahr geschaffen haben", unterstreicht Kaiser die gute Zusammenarbeit mit dem städtischen Wohnungsbauunternehmen. Konkurrenzdenken in dem Sinne gebe es nicht, "wir haben einen vernünftigen und vor allem fairen Wettbewerb", erklärt Kaiser.