Stadtrat Hans-Werner Kraul als Bürgermeister vereidigt
Hans-Werner Kraul ist jetzt offiziell Bürgermeister von Oebisfelde-Weferlingen. Der CDU-Politiker freut sich auf die neue Aufgabe
Weferlingen l Für Hans-Werner Kraul (CDU), dem neu gewählten Bürgermeister der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen, gibt es nun kein Zurück. „Das Rad rollt“, sagte er vor Beginn der Stadtratssitzung am Dienstagabend schmunzelnd. Außerdem stellt der 57-Jährige sich nun voller Tatendrang der Herausforderung. Kraul legte seinen Amtseid ab. Die Vereidigung wurde durch den Stadtratsvorsitzenden Thomas May (Piraten/Grüne) vorgenommen, der ihn anschließend mit einem Blumenstrauß im Namen des Stadtrates zu diesem besonderen Anlass gratulierte. Blumen, Geschenke und Glückwünsche gab es auch von den Vertretern der verschiedenen Fraktionen.
Statt einer Antrittsrede ging es gleich an die Arbeit. Der Stadtrat bestätigte einstimmig die Wahl von Dirk Kuthe (SPD) zum Ortsbürgermeister von Weferlingen. Kraul, der wegen seiner neuen Aufgabe zuvor auf sein Mandat als Ortsbürgermeister verzichtet hatte, überreichte Kuthe nun die Ernennungsurkunde.
Auch in Döhren gibt es ein neues Ortsoberhaupt. Die Nachfolge von Frank-Hildemar Rosburg übernimmt Jacqueline Hinze. Sie wurde aus der Mitte des Ortschaftsrates zur Ortsbürgermeisterin gewählt und nun vom Stadtrat in ihrem Ehrenamt bestätigt. Der frischvereidigte Kraul überreichte der jungen Frau nach der Verpflichtung die Ernennungsurkunde und Blumen.
Gleich zu Beginn von Krauls Amtszeit steht eine schwierige Aufgabe an. Das Drehleiterfahrzeug der Oebisfelder Feuerwehr hat nach dem Unfall auf einer Einsatzfahrt zu einem Gebäudebrand in Gehrendorf im September vergangenen Jahres einen Totalschaden. Die Reparatur des verunfallten Fahrzeuges würde laut Beschlussvorlage etwa 240 000 Euro kosten. Eine Neubeschaffung beläuft sich auf etwa 597 000 Euro. Für den Kauf eines Gebrauchtfahrzeuges werden etwa 299 000 Euro veranschlagt. Das Leasen eines Fahrzeuges würde Kosten von 5950 Euro im Monat, also 71 400 Euro im Jahr verursachen. Der Stadtrat sucht nun nach einer umsetzbaren Lösung.
Kuthe stellte am Dienstagabend im Namen der SPD-Fraktion den Antrag, die Beschlüsse zum Ersatz des Feuerwehrfahrzeuges von der Tagesordnung zu nehmen: „Das geht mir alles zu schnell. Da kann ich nicht mitgehen. Vom Finanztechnischen her können wir es nicht. Wir wissen nicht, ob es Fördermittel gibt.“ Stadträtin Kerstin Dörfel, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU, hingegen wollte, dass das Thema auf der Tagesordnung bleibt. Stadträtin Bogumila Jacksch (UWG) sagte: „Ich finde es wichtig, dass es auf der Tagesordnung bleibt, weil wir dringend eine Entscheidung brauchen.“ Martin Krems-Möbbeck (SPD), Mitglied im Stadtrat, entgegnete: „Es ist ja niemand dagegen, das zu entscheiden. Die Frage ist, ob das entscheidungsreif ist. Angesichts – dass noch nicht alle Möglichkeiten geprüft wurden und dass es eventuell die Chance gibt, Fördermittel anzuwerben. Wenn diese Möglichkeit besteht, müssen wir klären, für was es eine Förderung gibt. Also müssen die Kosten für alle vier Varianten erst klar auf dem Tisch liegen.“ Er schlug vor, über den Sachstand im nichtöffentlichen Teil der Sitzung zu diskutieren, aber noch nicht abschließend zu entscheiden. Krems-Möbbecks Vorschlag wurde mehrheitlich angenommen und deshalb hinter verschlossener Tür über den Ersatz des Drehleiterfahrzeuges debattiert.
Pünktlich um 7.30 Uhr saß gestern der neue Chef des Hauses an seinem Schreibtisch und gestand, dass sich der Stuhl noch ein wenig ungewohnt anfühlt. Auf die Frage nach der weiteren Vorgehensweise sagte Kraul: „Wir besitzen ja jetzt eine Leihdrehleiter. Das ist kein Luxus, den wir uns leisten, sondern eine gesetzliche Vorgabe, dass wir einsatzbereit sein müssen. Die Frist, in der wir das Leihfahrzeug haben, ist noch nicht abgelaufen. Wir haben also noch etwas Zeit, zu recherchieren.“ Das A und O wäre nach seiner Ansicht, ob es vom Land Sachsen-Anhalt Fördermittel gibt. „Wir wollen versuchen, den Steuerzahler so wenig wie möglich zu belasten. Ich werde am Sonnabend mit Innenminister Holger Stahlknecht über unser Problem sprechen. Wir brauchen eine definitive Zusage für Fördergelder. Wenn wir die Förderung bekommen, sind die Weichen für ein Ersatzfahrzeug gestellt. Wenn das nicht passiert, müssen wir in den sauren Apfel beißen und das alte Fahrzeug noch mal reparieren lassen“, erklärte Kraul.