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Streit beigelegt Bahnkundenverband regt Runden Tisch an

Künftig werden wieder Züge in Beetzendorf halten. Es gibt eine Einigung nach einem Streit.

Von Walter Mogk 08.02.2016, 11:00

Beetzendorf l Der Streit zwischen der Deutschen Regionaleisenbahn (DRE) und der Gemeinde Beetzendorf über den Zustand der Bahnstrecke Salzwedel-Klötze und die Aufnahme des Areals in die Vorkaufssatzung der Kommune ist beigelegt. DRE-Geschäftsführer Gerhard Curth nahm gegenüber der Volksstimme seine Androhung zurück, den Bahnhof Beetzendorf von zukünftigen Zughalten auszuklammern (wir berichteten am 4. Januar). Man habe die Differenzen ausgeräumt und der Gemeinde sogar Hilfe bei der Gestaltung des Bahnhofsumfelds angeboten.

Der Deutsche Bahnkundenverband (DBV) Altmark-Wendland meldete sich ebenfalls zu Wort. Vorstandsmitglied Roger Behn regte in einer Presseerklärung die Einrichtung eines Runden Tisches für die Entwicklung des Bahnhofes Beetzendorf und der Bahnstrecke Salzwedel-Klötze an. Damit könnten Missverständnisse wie die von Bürgermeister Lothar Köppe geäußerte Vermutung, die einmal jährlich auf der Strecke durchgeführten Sonderfahrten dienten lediglich dazu, „Fördermittel abzufassen“ (Volksstimme vom 29. Dezember 2015), ausgeräumt werden.

„Dies ist eindeutig nicht der Fall“, betonte Roger Behn. Aufgrund der hohen Überführungskosten und Trassenpreise sei trotz hoher Fahrgastzahlen bei den Fahrten der letzten beiden Jahre ein Verlust von insgesamt 3000 Euro eingefahren worden. DRE-Geschäftsführer Gerhard Curth habe den DBV mit einer Privatspende von 1000 Euro unterstützt, die restliche Summe sei von Vorstandsmitgliedern vorgeschossen worden.

Das Infrastrukturunternehmen DRE ist nach Behns Worten vor 20 Jahren aus dem Bahnkundenverband hervorgegangen, um möglichst viele von der Stilllegung bedrohte Bahnstrecken zu erhalten. Es beschäftige zwei Mitarbeiter aus dem Altmarkkreis, die sich um die Strecken im nördlichen Sachsen-Anhalt und dem Wendland kümmern. „Würde die Bundesregierung zusammen mit den Ländern den Schienenverkehr nicht ständig chronisch unterfinanzieren, könnten sich die DRE und andere Eisenbahninfrastrukturunternehmen zusätzliche Angestellte zur Streckenpflege leisten“, erklärte der DBV-Vorstand.

Die Behns Ansicht nach verfehlte Verkehrspolitik zeige sich auch in der „Benachteiligung der Bahn gegenüber Fernbussen und Lkw, die keine beziehungsweise nur ungenügende Straßenmaut zahlen“. So sei die von der Bundesregierung geplante Ausdehnung der Lkw-Maut auf alle Bundesstraßen von ihr „nahezu bis zur Unkenntlichkeit verwässert“ worden. „Aber auch in der Altmark fahren hunderte Lastwagen zu den Firmen Glunz oder Jackon, belasten die Straßen und deren Anwohner und produzieren damit Kosten für Landkreis und Gemeinden“, ergänzte Roger Behn.

Der Bahnkundenverband erwarte vom Beetzendorfer Bürgermeister sowie den Bundes-und Landtagsabgeordneten der Altmark mehr Einsatz für die Bahnstrecke Salzwedel–Oebisfelde. „Mit einer Reaktivierung der Bahn könnte die gesamte Region besser angebunden und als Wohnstandort attraktiver werden“, ist sich das Vorstandsmitglied sicher.

Der geplante Runde Tisch könnte ein erster Schritt dazu sein. An ihm sollen Vertreter der Gemeinde, der Politik, Anwohner und Unterstützer für Bahnhof und Bahn teilnehmen, um erste Maßnahmen wie der Verschönerung des Bahnhofsumfeldes und Aktivitäten auf der Bahnstrecke einzuleiten. Der Bahnkundenverband erwarte dazu eine konstruktive Mitarbeit von Bürgermeister Lothar Köppe.