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Anwohner der Friedensstraße beklagt zu hohe Einfahrt / Bauamtsleiter Kull widerspricht Ingo Graf ist sauer auf die Stadt

Von Markus Schulze 08.12.2011, 05:22

Aus der Sicht von Ingo Graf gleicht seine Einfahrt an der Friedensstraße in Klötze einer Sprungschanze. Er spricht von "Pfusch", die Stadt sieht das anders.

Klötze l Um den Ausbau der Friedensstraße wurde lange gerungen. Erst nach der Zusage von Fördermitteln konnte die Maßnahme realisiert werden. Am 21. Juli wurde die erneuerte Trasse eingeweiht. Etliche Anlieger nahmen an diesem feierlichen Akt jedoch nicht teil. Mit diesem Fernbleiben drückten sie ihren Protest gegen die Stadt aus, die ihnen angeblich zu wenig Mitsprache eingeräumt hatte. Im Laufe der Zeit schien sich der Zorn gelegt zu haben. Doch nun erhebt ein Anwohner neue Vorwürfe. Der Sachverhalt ist jedoch ein anderer.

Der Mann heißt Ingo Graf und ist sauer. Anlass dafür ist seine Einfahrt. Diese gestaltet sich bei seinen Nachbarn topfeben, bei ihm jedoch ist mit bloßem Auge ein Gefälle zu erkennen. Für Ingo Graf ist das schlichtweg "Pfusch": "Ich bin bereit, für Qualität zu bezahlen, aber nicht für sowas. Ich kaufe mir doch keinen Geländewagen, nur weil die Firma von Höhenmessung nichts versteht." Doch wie konnte es überhaupt zu dem Makel kommen? - Ingo Graf: "Die meisten Anwohner waren zuhause und konnten die Arbeiter auf Mängel hinweisen. Ich war zur Arbeit. Es ist traurig, dass man nicht das Gespräch mit mir gesucht hat." Zwar wurde seine Einfahrt derweil um vier Zentimeter abgesenkt, doch für Ingo Graf ist das immer noch zu wenig. Von der Verwaltung fühlt er sich im Stich gelassen.

Die Volksstimme konfrontierte Bauamtsleiter Karl-Heinz Kull mit dieser Kritik. Er sagt: "Wir hatten mehrere Termine mit Sachverständigen. Dabei haben wir uns mit Herrn Graf im Rahmen des Zumutbaren auf eine machbare Lösung, einen Kompromiss, geeinigt. Das sollte jedoch nicht als Schuldeingeständnis verstanden werden. Die Firma hat aus reiner Kulanz nachgebessert." Dass die Einfahrt bei Ingo Graf überhaupt erhöht ist, hat laut Karl-Heinz Kull verschiedene Gründe, dazu zählt unter anderem eine in den öffentlichen Bereich ragende Treppe. "Es ging nicht anders."

Nun sei sprichwörtlich "der Drops gelutscht". Karl-Heinz-Kull: "Es tut mir leid, ich würde gerne mehr helfen, aber wir können doch jetzt wegen diesem Einzelfall nicht den ganzen Bürgersteig wieder aufreißen. Der Aufwand wäre viel zu groß."

Zudem möchte er Ingo Graf auch in einigen Punkten widersprechen. Zum einen: "Stadt, Planer und Firma haben nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Es liegt mit Sicherheit kein Pfusch vor." Zum anderen sei sehr wohl versucht worden, mit Ingo Graf Kontakt aufzunehmen. Vergebens. "Es hat sich niemand gerührt. Deshalb mussten wir nach pflichtgemäßem Ermessen entscheiden." Ohnehin sieht Karl-Heinz Kull die Bürger bei solcherlei Baumaßnahmen auch in einer gewissen Bringschuld: "Ich glaube, man darf erwarten können, dass sich die Bürger regen, wenn ihnen etwas nicht passt." Im Falle von Ingo Graf sei dazu wochenlang Zeit gewesen.