Nach Anschlag auf Weihnachtsmarkt Sonderausschuss in Magdeburg soll Sicherheitsfragen klären
Wie konnte es zum Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt kommen? Im Sonderausschuss sollen Sicherheitsfragen geklärt werden. Und auch, ob 2025 überhaupt ein Markt stattfindet.

Magdeburg. - Findet 2025 ein Weihnachtsmarkt in Magdeburg statt oder nicht? Auf diese grundsätzliche Frage soll der Sonderausschuss zur Aufarbeitung des Anschlags auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt am 20. Dezember 2024 schnellstmöglich eine Antwort finden. Am Freitag, 28. Februar, kamen die Mitglieder erstmals zusammen. Damit sie ins Arbeiten kommen können, haben sie von der Verwaltung Akteneinsicht gewährt bekommen.
Aktenordner mit 700 Seiten zu Sicherheitsvorkehrungen für den Magdeburger Weihnachtsmarkt
Zwei Ordner für jeden Stadtrat, der Mitglied im Ausschuss ist, standen aufgereiht im Ratssaal des Alten Rathauses. Insgesamt 700 Seiten gilt es durchzuarbeiten. Es handele sich hierbei um alle städtischen Verwaltungsvorgänge, die in Zusammenhang mit den Sicherheitsvorkehrungen stehen, wie Oberbürgermeisterin Simone Borris erklärte. Auch Unterlagen der Magdeburger Weihnachtsmarkt GmbH sind dabei.
Bevor sich die Stadträte an die Hausaufgaben machen und die Akten durchforsten, war es der Oberbürgermeisterin wichtig, zum Auftakt einige Dinge zu klären. Ihr Vorschlag, einen unabhängigen Sachverständigen für Sicherheitsfragen hinzuzuziehen, wurde fraktionsübergreifend positiv aufgenommen.
Entscheidung steht bevor: Gibt es 2025 einen Weihnachtsmarkt in Magdeburg?
Noch wichtiger sei jedoch zu klären, ob es in Magdeburg 2025 einen Weihnachtsmarkt geben soll. Die Entscheidung müsste schon im März fallen, betonte Borris. Gebe es diese dann nicht, werde es 2025 auch keinen Weihnachtsmarkt geben. „Dann ist er aber vielleicht für immer verschwunden“, gab sie zu bedenken. Denn ob Schausteller, Gastronomen oder Händler: Die Akteure bräuchten dringend Klärung. „Da hängen Existenzen dran“, unterstützte Ulf Steinforth (CDU/FDP-Fraktion) den Vorstoß der OB, in dieser Frage schnell ins Handeln zu kommen.
Erst im nächsten Schritt könne es dann um die Frage gehen, wo der Markt stattfinden kann. Die Gartenpartei hatte einen Antrag gestellt, die Bürger zu fragen. Dieser wurde während der jüngsten Stadtratssitzung in die Fachausschüsse verwiesen. Und soll auch bei der nächsten Sitzung des Sonderausschusses noch einmal diskutiert werden.
Alter Markt oder Domplatz als Standorte für den Weihnachtsmarkt im Gespräch
Die Verwaltung werde für beide Plätze – Alter Markt und Domplatz – Vor- und Nachteile auflisten, um eine Entscheidung treffen zu können. Was den Domplatz betrifft, gibt es bereits Gegenwind von der Domgemeinde. Laut Borris könnte dieser auch noch vom Landtag wehen. Und: Auch hier sei die Frage der Sicherheit zu klären.
Der Sonderausschuss, dessen Ziel es ist, nach der Analyse Schlussfolgerungen für kommende Veranstaltungen zu ziehen, hat in seinen noch vier anberaumten Sitzungen noch viel zu diskutieren. Schon gestern deuteten sich unterschiedliche Auffassungen für einen Standort an. Nächster Termin soll der 21. März sein.