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Magdeburger Dom Warum das Grab von Otto dem Großen stark beschädigt ist - und eine Überraschung

Otto der Große wurde 946 im Magdeburger Dom beigesetzt. Gut 180 Jahre ist die letzte dokumentierte Öffnung des Grabes her. Nun wurde es wieder geöffnet. Welche Schäden sich im Grab befinden, erfahren Sie hier.

Von dpa/DUR Aktualisiert: 28.03.2025, 12:15
Claudio Dähnel vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) vermisst im Magdeburger Dom den Sarkophag Otto des Großen. 
Claudio Dähnel vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt (LDA) vermisst im Magdeburger Dom den Sarkophag Otto des Großen.  Foto: dpa

Magdeburg. - Bei aktuellen Untersuchungen am Grab von Otto des Großen im Magdeburger Dom sind erhebliche Schäden festgestellt worden. Anfang März wurde der Sarkophagdeckel abgehoben, darunter entdeckten Fachleute eine stark beschädigte Holzkiste, wie Veit Dresely vom Landesamt für Denkmalschutz Sachsen-Anhalt mitteilte. „Man könnte auch sagen, es ist der Holzsarg“, so Dresely. 

Grab von Otto dem Großen soll saniert werden

Seit Januar dokumentieren Fachleute den Zustand des Grabes. Die Holzkiste wurde bereits bei der letzten Öffnung im Jahr 1844 beschrieben.

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Laut Dresely handelt es sich wohl um das Ergebnis einer Umbettung, vermutlich durch den Wiederaufbau des heutigen Doms. Ob es weitere Umbettungen gab, sei unklar.

Die Holzkiste ist sehr stark angegriffen und muss nun konservatorisch behandelt werden.
Die Holzkiste ist sehr stark angegriffen und muss nun konservatorisch behandelt werden.
(Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa)

Die Holzkiste sei sehr stark angegriffen und müsse nun konservatorisch behandelt werden, sagte Dresely.

„Da kommt auch wieder ein Überraschungspaket auf uns zu.“ Die Sanierung sei nicht möglich, ohne den Grabinhalt vorübergehend zu entnehmen. 

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Überreste des Kaisers bleiben in Magdeburg

„Otto selbst bleibt definitiv in Magdeburg“, betonte der Projektleiter. Für Materialien wie Textilien würden jedoch geeignete Labore außerhalb der Landeshauptstadt benötigt – dafür suche man Partnerinstitutionen.

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Wie lange die Arbeiten dauern werden, sei schwer abzuschätzen. Man plane, sie bis Ende des Jahres abzuschließen, so der Projektleiter. 

Projektleiter Veit Dresely: „Otto selbst bleibt definitiv in Magdeburg.“
Projektleiter Veit Dresely: „Otto selbst bleibt definitiv in Magdeburg.“
(Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa)

Korrosion, Risse und Salz gefährden das Grab des Kaisers

Der Sarkophagdeckel, eine rund 300 Kilogramm schwere Marmorplatte, gilt als wiederverwendetes antikes Bauteil.

Auf ihrer Innenseite entdeckten die Fachleute eine mit Bleistift geschriebene Notiz – möglicherweise ein Hinweis auf das Gewicht der Platte.

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Das könnte bedeuten, dass der Sarkophag nach 1844 ein weiteres Mal geöffnet wurde, ohne dass dies dokumentiert wurde, erklärte der Projektleiter.

Die Holzkiste wurde bereits bei der letzten Öffnung im Jahr 1844 beschrieben.
Die Holzkiste wurde bereits bei der letzten Öffnung im Jahr 1844 beschrieben.
Foto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Zugang zum Grab im Magdeburger Dom nur mit Vollschutzkleidung möglich

Um Kontaminationen zu vermeiden, ist der Zugang zum Grab seither nur mit Vollschutzkleidung erlaubt, wie Dresely erklärte.

Bereits in der ersten Untersuchungsphase wurden fortschreitende Korrosion an Eisenklammern und Nägeln sowie Risse im Steintrog festgestellt.

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Hinzu kommen extreme Luftfeuchtigkeitsschwankungen und eine hohe Salzbelastung. 

Otto der Große: Erster Kaiser des Heiligen Römischen Reichs

Otto I., auch Otto der Große genannt, war der erste Kaiser des Heiligen Römischen Reichs und eine zentrale Figur der europäischen Geschichte.

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Otto wurde 962 in Rom zum Kaiser gekrönt. 968 gründete er das Erzbistum Magdeburg. 973 starb er in Memleben.

Er wurde im Magdeburger Dom an der Seite seiner schon 946 verstorbenen Frau Editha beigesetzt.