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Stolperstein-AG und Auszeichnung Jüdische Geschichte: Magdeburger Schule kämpft gegen Vergessen

Für ihre Arbeit zu jüdischer Geschichte erhält die Schule die Plakette für Menschenrechte. Warum eine Stolperstein-AG für die Schüler sinnvoll ist.

Von Lena Bellon 02.04.2025, 06:40
Von links: Stefanie Knoche, Koordinatorin und  Mitglied der Stolperstein AG, und Schulleiterin   Katja Behrens   nehmen die Plaketten von Verena Diffené und Katrin Schütze vom  Soroptimistinnen Club Magdeburg entgegen.
Von links: Stefanie Knoche, Koordinatorin und Mitglied der Stolperstein AG, und Schulleiterin Katja Behrens nehmen die Plaketten von Verena Diffené und Katrin Schütze vom Soroptimistinnen Club Magdeburg entgegen. Foto: Peter Wetzel

Magdeburg - Sie haben eine Stolperstein-AG, machen Gedenkstättenfahrten und klären auf, was es heißt, dass die Geschichte sich nicht wiederholen darf. Dafür hat die Berufsbildende Schule (BbS) „Dr. Otto Schlein“ in Westerhüsen nun die Plakette für Menschenrechte bekommen. Diese wurde ihnen übergeben von dem Soroptimistinnen Club Magdeburg. In diesem Club sind derzeit laut eigener Aussage 33 engagierte Frauen jeder Altersgruppe in unterschiedlichen Berufsfeldern und Lebenssituationen engagiert. Die Magdeburger Gruppe ist Teil des weltweiten „Soroptimist International“ (SI) Netzwerks von und für Frauen.

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Für Stefanie Knoche, Koordinatorin und Mitglied der Stolperstein AG, ist diese Auszeichnung ein wichtiges Symbol: „Antisemitismus ist leider nach wie vor da. Der hat noch kein Ende gefunden. Wir wollen die Geschichte den jungen Menschen näherbringen, damit sie nicht in Vergessenheit gerät.“ Daher sei vor zwei Jahren die Arbeitsgruppe zu Stolpersteinen entstanden. Etwa zwölf der insgesamt 1.400 Schüler der Schule beteiligen sich dort.

30 Sprachen an Magdeburger Berfusschule

Angefangen habe das Interesse mit Recherchen zu dem Namensgeber der Schule: Dr. Otto Schlein. Er war ein jüdischer Arzt, der mehrfach verhaftet wurde. Nach einer längeren Odyssee wurde er am 3. Oktober 1944 im KZ Auschwitz vergast. Auch seine Frau und Tochter wurden ebenfalls in Auschwitz ermordet. Die Schüler der AG beteiligen sich an Stolpersteinverlegungen sowie der Pflege der Steine. Auch Fahrten nach Polen, zu Vernichtungslagern oder Gespräche mit Zeitzeugen seien für Mitglieder der AG schon möglich gewesen. Begleitet werden die Projekte unter anderem von dem Schulpaten Peter Wetzel, der sich für die Thematik an der Berufsschule einsetzt.

Über 30 verschiedene Sprachen seien an der Schule durch Lehrkräfte und Schüler vertreten. „Besonders bei jungen Menschen mit Migrationsgeschichte waren die Gespräche mit den Zeitzeugen berührend. In ihren Familien gibt es oft ähnliche Geschichten“, sagt Knoche.