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Freizeit Neues Kletterparadies in Magdeburg

Mit der "Bloc Schmiede" entsteht in Magdeburg-Neustadt eine der größten Kletterhallen in der Region.

Von Stefan Harter 07.11.2017, 11:55

Magdeburg l „Die Szene ist hungrig“, sagt Michael Weidner und schließt sich da ganz klar mit ein. Der 38-jährige Kletterprofi baut gerade mit zwei Geschäftspartnern in Magdeburg eine der größten Boulderhallen der Region auf und brennt selbst für das, was er da erschafft. „In meinem Kopf ist schon alles fertig, es muss nur noch gebaut werden“, erklärt er.

1000 Quadratmeter Holz hat er in einzelnen Platten gefräst und doppelt besandet, um später besseren Halt daran zu haben. 30.000 Einschlaghülsen wurden mit 90.000 Schrauben befestigt, um 15.000 Griffen Halt zu geben.

2002 entdeckte Michael Weidner in Australien das Klettern für sich, vor zehn Jahren spezialisierte er sich dann auf das Bouldern, also das Klettern ganz ohne Seil. Neun Jahre gab er Kurse an Magdeburgs einziger ernstzunehmender Wand für diese Sportart auf dem Uni-Campus.

Weil die schon längst nicht mehr ausreicht und verschiedene andere Projekte in Magdeburg schon scheiterten, nimmt der Kletterfan die Sache nun in die eigenen Hände. Gemeinsam mit Torsten Paulix und René Grabis setzt er das Projekt in einer leerstehenden Lagerhalle in den „Neustädter Höfen“ um.

Noch ist die Halle weitestgehend leer, nur die kreischenden Geräusche der Werkzeuge füllen den Raum. Doch schon zum Jahresende 2017 wollen Weidner und Co. die „Bloc Schmiede“ eröffnen und auf 650 Quadratmetern Wandfläche Kletterspaß in verschiedenen Schwierigkeitsstufen anbieten. „Mit der ‚Bloc Schmiede‘ wird einer der letzten weißen Flecken auf der Kletterkarte in Deutschland verschwinden“, sagt er.

Beim Bouldern geht es nicht unbedingt um die Höhe. Zwar wird es auch einen Ausstieg auf einer zweiten Ebene in der Halle geben. Der Großteil spielt sich aber in der Horizontalen ab.

Entlang der Hallenwände werden die Arbeiter die eigenhändig ausgesägten Holzplatten anschrauben. An einigen gibt es kreisrunde Aussparungen, in die inviduelle Platten mit verschiedenen Griffen eingesetzt werden können, um die Strecken abwechslungsreicher zu gestalten. Außerdem gibt es einen Tunnel, in dem man kopfüber entlangklettert, wie es in dieser Länge in der Nähe keinen zweiten gibt, wie Michael Weidner stolz erzählt.

Mit René Grabis hat Michael Weidner einen Kletterhallen-Fachmann an Bord. Er hat schon solche Einrichtungen u. a. in Leipzig aufgebaut. Für Michael Weidner geht es aber um mehr als ums Geschäft. „Ich verwirkliche hiermit meinen Lebenstraum“, sagt er. Auch wenn der Körper manchmal nicht mehr mitmacht, bleibt er seiner Passion treu: „Das Klettern ist mein Leben.“