Ami-Road-Show machte in Gröninger Freier Sekundarschule Station Jungs interessieren sich für Berufe rund ums Auto
Die Ami-Road-Show hat in der freien Sekundarschule Gröningen Station gemacht und für Kfz-Berufe geworben. Vor allem Jungs interessierten sich für eine Ausbildung in der Auto-Branche.
Gröningen l "Es gibt immer weniger Bewerber für Autoberufe", sagt Ulrich Spey, Obermeister der Oschersleber Kraftfahrzeuginnung. Darum nutzten Spey und sein Team die Bühne der Ami-Road-Show, um auf Ausbildungsmöglichkeiten aufmerksam zu machen. Ami steht für Automobil international und ist eine Aktion des Zentralverbandes des deutschen Kraftfahrzeuggewerbes, die bundesweit für Berufsbilder und Studiengänge in der Kfz-Branche werben möchte.
Sascha Pieper (19) und Maik Nadolski (18) sind in die freie Sekundarschule gekommen, weil sie sich vielleicht in ihrem Berufsleben mit Autos beschäftigen möchten. Ausbilder Paul Staff erläuterte ihnen die Lerninhalte und sprach über Perspektiven. "Interessieren würde es mich schon", sagt Maik Nadolski anschließend. Nadolski und Sascha Pieper werden auf jeden Fall eine Bewerbung abschicken.
Jan Schönfeld, Patrick Lohre und Stefan Hauser lernen bereits Kfz-Mechatroniker. "Es war nicht mein Traumberuf", gesteht Jan Schönfeld, "aber jetzt gefällt es mir." Die drei Azubis zeigten den interessierten Jungs auf dem Schulhof der freien Sekundarschule ausführlich, was das Besondere an einem V6-Motor ist.
"Autoberufe haben sich in den vergangenen Jahren komplett gewandelt", sagt Ulrich Spey, "allein die Ausbildung ist viel anspruchsvoller geworden. Nur mit Muskelkraft und Schrauben kann man nicht mehr viel ausrichten." Moderne Autos stecken voller Elektronik.
Die klassischen Arbeiten erledigte früher der Kfz-Schlosser, heute heißt der Beruf Kfz-Mechatroniker. "Die Noten der Bewerber müssen besser sein, als noch vor Jahren", sagt Spey.
Die erhöhten Anforderungen sind es nicht allein, die die Nachwuchssuche schwerer machen. Der Geburtenknick zu Beginn der 90er Jahre wird jetzt auf dem Ausbildungsmarkt deutlich, das heißt, es gibt weniger Bewerber. "Wir hoffen, dass wir wieder eine Kfz-Klasse vollkriegen", sagt Ulrich Spey. Wenn nicht, hat das auch Auswirkungen für diejenigen, die in Oschersleben einen Kfz-Beruf erlernen wollen. "Wird hier die Klasse nicht voll, müssen sie nach Haldensleben fahren."
Schulleiterin Stefanie Schmidt war ein bisschen enttäuscht. Sie hätte sich an diesem Tag viel mehr Schüler der oberen Klassenstufen als Gäste an ihrer Schule gewünscht. Die freie Sekundarschule selbst ist gerade erst gegründet und beschult derzeit nur eine fünfte Klasse. Deren Kinder sind noch viel zu jung, um sich ernsthaft mit der Berufswahl zu befassen. Sie schauten sich zwar um, aber dann tobten sie doch lieber über den Schulhof.
"Schade, dass es von den anderen Schulen so wenig Rücklauf gab", sagt Stefanie Schmidt. "Mit unseren Kindern werden wir jedenfalls regelmäßig in die Betriebe der Region gehen."