Kritik am Stadtentwicklungskonzept / Reck: Stärken erkennen, fördern, publizieren
Salzwedel (ta). Der von der Stadtverwaltung vorgelegte Stadtentwicklungsplan 2020 (wir berichteten gestern) ist bei einigen Bauausschuss-Mitgliedern auf Kritik gestoßen. Die Ortsbürgermeister Wolfgang Kappler (Brietz) und Ulrich Ungewickell (Chüden) sehen in dem Papier die Belange der Ortsteile nicht ausreichend berücksichtigt. So finden sich zum Beispiel die Wohnbauflächen, die auf den Dörfern bereitgestellt werden, nicht wieder. Beide Stadträte forderten eine entsprechende Überarbeitung des Konzeptes.
Bauamtsleiter Ralf Burmeister erwiderte, dass das Konzept sich ausschließlich auf das Stadtumbauprogramm Ost beziehe. Und ein Rückbau von Wohnungen sei in den Dörfern schließlich nicht vorgesehen, ergänzte Bauamtsmitarbeiterin Ines Kahrens.
Wie die Ortsbürgermeister argumentierte Karl-Heinz Reck, dass der Name "Stadtentwicklungskonzept" unangemessen sei. Der Stadtrat der Freien Liste "Für Salzwedel" verteilte stattdessen ein Stadtentwicklungskonzept von Hannover, in dem es primär ums Agieren und nicht wie in Salzwedel ums Reagieren auf die demografische Entwicklung gehe. "Ich möchte, dass sich alle Fraktionen Gedanken machen, wo wir hinwollen", sagte Reck. Anstatt über Einzelprojekte wie Rathausturmplatz, Lyzeum oder Steinbarke zu diskutieren, sollten die Stadträte Salzwedels Stärken erkennen, fördern und bekannt machen - über den Baumkuchen hinaus. Anders werde es nicht gelingen, unter den Städten zwischen 20000 und 50000 Einwohnern herauszuragen. Davon gebe es nämlich in Deutschland 916!