RTL II Trödeltrupp hilft einer Altmärkerin
Ein wendländischer Hof, vollgestellt bis unters Dach - mit Trödelprofi-Hilfe ist der für eine Altmärkerin fernsehpräsent zu Geld geworden.
Salzwedel/Großwitzeetze l Das hat sich auf jeden Fall gelohnt. Genaueres erfahren die Zuschauer zwar erst in rund sechs Monaten, wenn die fertige Sendung ausgestrahlt wird. Aber ein Blick in das prallvolle Portemonnaie von RTL-II-Trödelprofi Marco Heuberg verriet: In Großwitzeetze im benachbarten Wendland muss sich einiges gedreht haben. Vor Kurzem war die Öffentlichkeit eingeladen, um Jutta Halbedel beim Auflösen ihres Antik-Cafés zu helfen. Zuvor galt es, auszumisten und vorzusortieren.
Die gebürtige Altmärkerin war vor acht Jahren ins Wendland gezogen. Zuvor hatte Jutta Halbedel ein Antik-Café in Havelberg betrieben. Auch im Wendland lief es gut. „Wir waren bekannt bis Lüneburg und Hamburg“, berichtet Jutta Halbedel. Aber gesundheitliche Gründe zwangen die Unternehmerin jetzt, einen Schlussstrich zu ziehen. Sie selber wäre nie auf die Idee gekommen, den „Trödeltrupp“ von RTL II um zu Hilfe zu bitten. Das hat - hinter ihrem Rücken - ihre Tochter Susan Hein (36) getan.
Allerdings ist es gar nicht so leicht, ein Filmteam zu gewinnen. Denn die Trödelprofis erhalten im Durchschnitt täglich drei Anfragen, rund 1000 pro Jahr, von denen nur 80 ausgewählt werden, wie Marco Heuberg berichtet. Die Geschichte muss also schon „etwas hergeben“.
Im Fall von Jutta Halbedel lockte auch das pittoreske Ambiente mit dem großen wendländischen Hof, der bis unters Dach vollgestellt war mit Möbeln und Krimskrams. Der Hof ist bereits verkauft, aber Jutta Halbedel und ihr Lebensgefährte wollen auch künftig im Wendland bleiben. Es gibt sogar einen Plan B für die Rente: Halbedels besitzen einen mobilen Holzbackofen, mit dem sie Märkte besuchen und selbstgebackenes Brot verkaufen. Jutta Halbedel war am Ende des Flohmarktes, der auf nur zwei Stunden angesetzt worden war, mehr als zufrieden: „Die Zusammenarbeit mit dem Fernsehteam war super, auch der Umsatz war gut“. Drei Drehtage im Wendland hatte das fünfköpfige Team, bestehend aus u.a. Aufnahmeleiter, Kamera- und Tonmann und Trödelprofi Heuberg, eingeplant. Heuberg schätzte, dass über 500 Menschen die Gelegenheit nutzten, sich in Großwietzeetze ein Stück vom Trödel zu sichern - „ein Riesen-Erfolg, obwohl diese Gegend so dünn besiedelt ist“. Und der Begriff „Trödel“ die ganze Bandbreite – vom angestaubten Eierbecher über das Ess-Service bis zum edlen antiken Weichholz-Schapp – umfasste.
Der Flohmarkt war öffentlichkeitswirksamer Höhepunkt der „Show“. Zuvor musste die Familie mit ihren rund 30 Helfern das Anwesen gründlich ausmisten. „Einen 40-Kubik-Müllcontainer haben wir vollbekommen“, berichtet Tochter Susan. Alles Wertvolle wurde auf dem Flohmarkt angeboten. Und die beste Erfahrung für Marco Heuberg? „Dass die ganze Familie ein bißchen enger zusammengerückt ist. Alle haben mitgeholfen, um die Sache zu einem guten Ende zu bringen“.