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Familie in Quadendambeck öffnet am Sonntag ihren Garten / Buchlesung geplant Vielfalt statt Einfalt: Chance für jede Pflanze

Von Anke Pelczarski 12.06.2013, 03:20

Derzeit verbringen Andrea und Ulrich Ehlers jede freie Minute in ihrem Garten. Er soll schließlich einladend aussehen am kommenden Sonntag. Dann beteiligt sich das Ehepaar aus Quadendambeck an der Aktion "Gartenlandschaft Altmark".

Quadendambeck l Seit sieben Jahren ermöglichen Andrea und Ulrich Ehlers den Blick in ihre grüne Oase, gleich hinterm Haus Nr. 5 in Quadendambeck. "Es ist die Rückmeldung der Leute, die neugierig sind, wie sich der Garten entwickelt hat. Das spornt uns an, wieder mitzumachen", erzählt Andrea Ehlers. Die ganze Familie helfe, damit am kommenden Sonntag genug Kuchen bereitstehe für die Gäste, fügt sie hinzu.

"Mein Mann ist der Kreative."

Andrea Ehlers

Das Paar freut sich besonders, am 16. Juni auch Dagmar Perschke begrüßen zu können. Die Autorin hat das Buch "Offene Gärten in Sachsen-Anhalt" geschrieben. Darin enthalten sei auch ein Bericht über ihr Kleinod, sagt Andrea Ehlers mit Stolz in der Stimme. Die Lesung beginnt um 15 Uhr.

Der Garten in Quadendambeck kann sich wahrlich sehen lassen. Er steht unter dem Motto "Vielfalt statt Einfalt". Liebevoll angelegt, bietet er unterschiedlichste Einblicke. "Mein Mann ist der Kreative. Und ich bin diejenige, die losstürmt und es umsetzt", schildert die Quadendambeckerin verschmitzt. Jede Pflanze habe eine Chance zu leben. "Wenn sie sich selbst angesiedelt hat, dann bleibt sie stehen. Sie hat sich ihren Lebensraum selbst ausgesucht", meint Ulrich Ehlers bestimmt. So dürfe auch die Distel mitten in den Zierblumen wachsen, aber auch die Brennnessel. "Und wenn es nach ihm geht, hat auch der Giersch sein Recht, sich auszubreiten", fügt Andrea Ehlers mit einem Lächeln hinzu und sagt anerkennend: "Mein Mann ist der Schöngeist des Gartens. Er kann sich für jede Kleinigkeit begeistern. Das finde ich toll."

Die Schlüssellochbeete seien in diesem Jahr noch nicht recht in Gang, sagt Ulrich Ehlers fast entschuldigend. Schuld daran seien der viele Regen und die kühlen Maitemperaturen. "Dafür blühen jetzt die Pfingstrosen noch, die vor einem Jahr schon abgeblüht waren."

Die beiden zeigen gern ihr Paradies, das sie sich zum Ausgleich aufgebaut haben. Auch wenn es eine Menge Arbeit macht, aber die bereitet ihnen unheimlich viel Spaß. Und immer wieder entstehen neue Ideen. "Im Vorjahr hat unser Sohn einen ganzen Kofferraum voll mit Lilienzwiebeln mitgebracht. Er wollte sie wegwerfen. Doch da habe ich mich dagegen gewehrt", erzählt Ulrich Ehlers. Also habe er ein Stück Wiese saubergemacht und die Gewächse in die Erde gebracht. In diesem Jahr bedanken sie sich mit wunderschönen Blüten in unterschiedlichsten Farben.

Obst und Gemüse sowie Kräuter wachsen ebenso auf dem Ehlerschen Grundstück wie verschiedenste Blumen. Eine wilde Rose klettert in eine Weide. Ein Hochsitz lädt zum Verweilen ein, gibt einen Blick aufs umliegende Grünland frei und auch auf die eigenen Kühe. Erst am Montag sei ein Kälbchen geboren. "Hier trinken wir gern am Wochenende Kaffee, können hier richtig gut entspannen", sagt sie.

Nicht nur ein selbst geschaffener Bachlauf sorgt für Abwechslung auf dem Grundstück, sondern auch ein Teich. Auf diesem tummeln sich gerade Flugenten mit ihrem Nachwuchs. Das Beobachten mache unheimlich viel Spaß.

Im nächsten Jahr solle ein weiterer Teich entstehen. Platz dafür sei noch, meinen die beiden.

"Sieben Meisenkästen: Alle sind bewohnt."

Ulrich Ehlers

"Wir haben hier auch unzählige Insekten. Sogar eine Igelfamilie marschiert übers Gelände", erzählt Andrea Ehlers. Und auch die Gartenvögel seien den Quadendambeckern sehr wichtig. Sieben Meisenkästen hängen derzeit an den Bäumen. "Alle sind bewohnt", berichtet Ulrich Ehlers. Es sollen noch einige mehr werden, blickt er voraus.

Dann geht die Arbeit im Garten weiter. Schließlich soll alles vorzeigbar aussehen, wenn am Sonntag die Türen von 10 bis 18 Uhr geöffnet sind. Das Ehepaar und ihre Helfer freuen sich auf viele nette Gespräche.