Oberbürgermeister überbringt Pachtvertrag Enrico Loos übernimmt die Badeanstalt in Üllnitz
Die Stadt Staßfurt hat die Badeanstalt "Albertinesee" in Üllnitz zum 1. Juni in private Hände abgegeben. Die entsprechenden Verträge, die die Übernahmemodalitäten regeln, überbrachte Oberbürgermeister René Zok dem Pächter Enrico Loos persönlich. Dabei wünschte der Stadtchef dem Jungunternehmer aus Förderstedt viel Erfolg.
Förderstedt/Üllnitz. "Für uns als Stadt ist das eine gute Lösung. Die Übernahme der Badeanstalt durch Enrico Loos, der sich bei uns darum beworben hatte, entlastet den Haushalt. Dennoch bleibt das Objekt für die Bürger weiterhin geöffnet", hob Zok die Vorteile der Privatisierung hervor, die auch beim Naherholungszentrum "Löderburger See" erfolgreich praktiziert wurden.
Wie der Oberbürgermeister mitteilte, hielt sich das Defizit, das die Stadt im vergangenen Jahr als Nachfolgerin der ehemaligen Gemeinde Förderstedt tragen musste, in Grenzen.
Enrico Loos, der seit 2009 bereits die Gaststätte der Badeanstalt auf eigene Rechnung betreibt, hat sich das Ziel gestellt, den Albertinsee in den nächsten Jahren für die Besucher noch attraktiver zu machen. Dazu gehören zum Beispiel die Anschaffung von neuen Spielgeräten und Tretbooten. Das hänge jedoch davon ab, wie sich der Sommer entwickle, sagte der 35-jährige gelernte Bäcker. Darüber hinaus will er für seine Gäste Kinoveranstaltungen, Tanz-abende für Alt und Jung, Neptunfeste, Familienfeiern und ein Forellenessen organisieren.
Bei schönem Wetter suchen täglich 250 bis 350 Besucher eine Abkühlung im Albertinesee. "In Spitzenzeiten sind es sogar bis zu 600", sagte Loos. Dann haben er und seine drei Mitarbeiter dort alle Hände voll zu tun.
Den Badegästen verspricht der Pächter, dass er die Eintrittspreise von derzeit 1,80 Euro pro Tag für die Erwachsenen und 80 Cent für Kinder nicht erhöhen wird. Die Kinder und Jugendlichen, die über einen Ferienpass der Stadt Staßfurt verfügen, können die Badeanstalt in Üllnitz viermal im Jahr kostenlos benutzen.
Das ist auch Bestandteil des Vertrages, den er mit der Stadt abgeschlossen hat. Er hat eine Laufzeit bis zum 31. Dezember 2016 und verlängert sich, wenn keine der beiden Parteien kündigt, automatisch um zwei Jahre.
Die Stadt hat ihr Versprechen eingehalten und zum Saisonbeginn neuen Sand anfahren, Blumen pflanzen und die Bänke streichen lassen.
Auf die Frage, warum er das unkalkulierbare Risiko auf sich genommen hat, neben der Gaststätte auch noch die Badeanstalt zu übernehmen, für die er keine Zuschüsse von der Stadt bekommt, sagte Loos, dass die Wege für ihn dadurch viel kürzer werden, wenn er Veranstaltungen durchführen wolle. Da müsse man nicht mehr so viele fragen. "Man muss immer positiv denken", so Loos.
Die Stadt hält an ihrem Ziel, auch das Strandsolbad in Staßfurt zu verpachten, fest, informierte der Oberbürgermeister. Die Kommune sei finanziell nicht in der Lage, dort groß zu investieren. Die Verwaltung sei jetzt dabei die Kosten zu erfassen, die durch das Hochwasser entstanden seien. Den Stadtrat will Zok am 7. Juli darüber informieren.