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Kostenloser Service aus Westeregeln für sehbehinderte, blinde oder kranke Menschen Frauen machen die Volksstimme hörbar

Von Nadja Bergling 29.06.2013, 01:10

Westeregeln. Im Rahmen der Bürgerarbeit in der Alten Ziegelei in Westeregeln (Salzlandkreis) wird Menschen ein besonderer, kostenloser Service geboten, die Schwierigkeiten beim Lesen der Tageszeitung haben. Der Hörzirkel liest Volksstimme-Artikel ein und verteilt die hörbare Zeitung dann an die Bürger.

Sechs Frauen sitzen in den Räumen der Alten Ziegelei vor Computern. Vor ihnen liegen Zeitungsausschnitte. Sie Tragen Mirkrofone und Kopfhörer. Kerstin Bierig, Marita Howahl, Silvia Hinkel, Simone Glockmann, Simone Kaufhold und Ines Rautenberg sind Bürgerarbeiter in der Alten Ziegelei. Sie sind Teil eines besonderen Projektes. "Wir sind der Hörzirkel", erklärt Simone Kaufhold.

Der Hörzirkel will blinden, sehbehinderten, bettlägerigen und kranken Menschen die Teilnahme am aktuellen, lokalen Tagesgeschehen und kulturellen Leben ermöglichen. Wie das geht? Das Hörzirkel-Team liest aus der Staßfurter Volksstimme ausgewählte, aktuelle Artikel und erstellt dreimal wöchentlich CDs, auf denen die Artikel dann zu hören sind. Diese werden dann genau an die Menschen gesendet, die Probleme beim Lesen der Tageszeitung haben.

Die Auswahl der Artikel übernehmen die Hörzirkel-Damen selbst. Morgens sitzen sie dann also alle gemeinsam am Tisch und studieren die Volksstimme ganz genau. Aktuelles aus dem Salzlandkreis, neue Themen aus Sachsen-Anhalt, Glückwünsche, Meinungen, Leserbriefe und auch die traurigen Anlässe werden sortiert. Jede Dame sucht sich die Artikel raus, die sie gerne einlesen möchte. "Wir achten bei der Auswahl auch darauf, aus welchen Orten unsere Zuhörer kommen. Danach suchen wir ebenfalls Artikel aus", erklären die Frauen.

Ein richtiges Studio hat der Hörzirkel dafür nicht. Man sitzt in den Büros. Daher lassen sich manchmal leichte Nebengeräusche nicht vermeiden, die dann auf der CD zu hören sind. "Hier in der Zieglei wird eben auch gearbeitet. Wenn es zu laut wird, brechen wir die Aufnahmen manchmal auch ab oder teilen den Hörern mit, dass es Nebengeräusche geben wird", erklärt Marita Howahl.

Am Ende des Tages sind dann alle wichtigen und interessanten Artikel aus zwei Volksstimme-Ausgaben eingelesen, werden auf CD gebrannt und gelangen nun auf dem Postweg zu den Hörern, die diesen Service nutzen. Der ist übrigens vollkommen kostenlos. "Den Hörern entstehen keinerlei Kosten. Wir schließen keine Verträge oder Ähnliches ab. Wer die Volksstimme zum Hören haben möchte, kann sich ganz einfach bei uns melden. Wir notieren dann nur den Namen und die Adresse und schon ist man in unserem Verteiler", erklärt Simone Kaufhold.

Und wenn man diesen Service nicht mehr nutzen möchte, reicht ein Anruf oder ein kleiner Hinweis auf der CD-Hülle und dann ist die Sache schon beendet. Zum Abspielen der CD wird übrigens ein mp3-fähiges Gerät benötigt. "Die gibt es schon recht günstig im Handel. Wir helfen aber auch bei der Beschaffung dieser Geräte", betonen die Hörzirkel-Frauen.