Zunächst stehen 315 000 Euro von den Windkraftanlagen zur Verfügung Neue Bürgerstiftung soll gemeinnützige Projekte der Ortschaft Förderstedt fördern
Von den zahlreichen Windkraftanlagen, die in der Gemarkung Förderstedt entstanden sind, werden alle Ortsteile der ehemaligen Gemeinde profitieren.
Förderstedt/Brumby l Möglich macht das die Bürgerstiftung Staßfurt/Förderstedt, die am 13. Februar dieses Jahres vom Landesverwaltungsamt als Stiftung des bürgerlichen Rechts anerkannt worden war. Sie wurde unter der Registriernummer LSA 247 in das Stiftungsverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt eingetragen.
"Zweck der Stiftung ist die Förderung von Kunst und Kultur, des Sports, der Kinder- und Jugendhilfe und der Senioren- und Altenhilfe in der Stadt Staßfurt mit dem Schwerpunkt in der Ortschaft Förderstedt", sagte die Sprecherin der Hallenser Behörde, Denise Vopel, unter Hinweis auf die Satzung.
Sie soll mit den Geldern, die der Kommune vom Windanlagenbauer Prokon aus dem neuen Windpark zufließen, ausgestattet werden, hieß es Ende Dezember 2009 kurz vor der Eingemeindung in die Stadt Staßfurt.
Damals hatte der Gemeinderat Förderstedt den Beschluss für die Gründung der Stiftung gefasst, die ursprünglich "Zukunft Förderstedt" heißen sollte.
"Die erste Gewinnausschüttung wird in den nächsten Wochen stattfinden."
Ortsbürgermeister Peter Rotter
In der jüngsten Ortschaftsratssitzung in Brumby informierte Ortsbürgermeister Peter Rotter (CDU) darüber, dass das Stiftungskapital aus 315 000 Euro besteht, die in Genussrechten der Firma Prokon aufgelegt sind. "Eine Erweiterung fließt der Stiftung zu und wird dann entsprechend dem Satzungszweck verwendet", sagte der Kommunalpolitiker.
"Die erste Gewinnausschüttung wird in den nächsten Wochen stattfinden", fügte Rotter hinzu. "Wir werden dann zeitnah darüber informieren, wie das Prozedere der Antragstellung ist, um das kulturelle und sportliche Leben in Förderstedt voranzubringen."
Seinen Worten zufolge gehören dem Vorstand der Stiftung Peter Rotter aufgrund seines Amtes als Ortsbürgermeister sowie dessen ehemaliger Stellvertreter Hansgerd Höschel und der CDU-Stadtchef Marco Kunze an. Im Kuratorium werden Rotters neuer Stellvertreter und Ortswehrleiter Hans-Jürgen Lärz, Ricardo Achilles von der Stadtverwaltung Staßfurt und die Chefin des Rentnertreffs der Volkssolidarität, Renate Wendel, mitarbeiten.
Auf ausdrücklichen Wunsch von Ex-Bürgermeister Bodo Messerschmidt sollte ursprünglich auch der wegen seiner Nähe zu Rechtsextremisten ins Zwielicht geratene Rechtsanwalt Thomas Jauch aus Zorbau (Burgenlandkreis) im Vorstand Sitz und Stimme haben.
FDP-Fraktionschef Günter Döbbel sagte, er wundere sich, dass der Vorstand und das Kuratorium schon personell besetzt seien und dass aus den Ortsteilen Glöthe und Löbnitz, die ebenfalls über Windkraftanlagen verfügen, kein Vertreter in diesen Gremien vertreten sei. "Ich hätte mir gewünscht, dass man die Ausgewogenheit der Ortsteile wahrt", sagte Döbel.
Es habe wegen der Stiftung ein langes Hin und Her mit dem Landesverwaltungsamt in Halle gegeben, sagte Rotter. "Wir sind frei, den Vorstand und das Kuratorium bis auf fünf Personen zu erweitern", ergänzte er. Zugleich betonte Rotter, er gehe davon aus, dass eine ausgewogene Betrachtung gewährleistet werde.
Ob es eine personelle Erweiterung geben werde und wer dann dazu kommen dürfe, müsse der CDU-dominierte Vorstand entscheiden, sagte Johann Hauser, der darin ein Problem sieht.
Auf seine Frage, welche Orte von der Stiftung profitieren werden, erklärte der Ortsbürgermeister das sei die Ortschaft Förderstedt mit all ihren Ortsteilen.