Albertinesee Zu wenig Badegäste
Die Badesaison am Albertinesee war schlecht. Pächter Enrico Loos verzeichnet rund 2500 Gäste weniger als noch 2015.
Üllnitz l Enrico Loos hat die Bücher in seinem Büro aufgeschlagen. Im Volksstimme-Gespräch fasst er die Besucherzahlen im Naturbad Albertinesee für das zu Ende gehende Jahr zusammen. „Alles in allem muss man sagen, dass die Saison 2016 mit Blick auf die Besucherzahlen zu den schlechtesten gehört, die ich als Verantwortlicher hier erlebt habe“, konstatiert der 40-Jährige. Die Auswertung sei noch nicht komplett abgeschlossen, doch der Blick in die Statistik zeigt, dass der Zuspruch der „Wasserratten“ verhalten ausgefallen ist.
Haben im Sommer 2015 noch rund 10 500 Badegäste im kühlen Nass des Sees Erfrischung gesucht, waren es in diesem Jahr nur rund 8000. Im Jahr 2010 habe es einen ähnlichen Einbruch gegeben, doch nicht so umfangreich wie jetzt. „Es sind weniger Kinder und weniger Erwachsene gekommen“, sagt der Pächter und erklärt, dass der Rückgang alle Altersklassen betreffe. Anhand des Kassenssystems und der unterschiedlichen Eintrittspreise könne er hier genau Einblick nehmen. „Ohnehin“, sagt Enrico Loos, „wird der Albertinesee vermehrt von Erwachsenen besucht.“ Das zeigten die Zahlen der vergangenen Sommer. „Ich denke, dass Kinder sich heutzutage mit vielen anderen Dingen beschäftigen, vielleicht mehr in der virtuellen Welt zu Hause sind, als die Schönheiten der Natur kennenzulernen“, versucht der Betreiber des Sees und der Gastronomie zu erklären. Aber auch die Erwachsenen kämen nur, wenn die „Sonne wirklich richtig kracht“. Eine ganz individuelle Wahrnehmungsfrage. So habe es einen Mittwoch als Badetag gegeben, bei dem die Sonne schien und es 32 Grad Celsius Außentemperatur gegeben habe. Am darauf folgenden Tag sei es genau so warm gewesen, aber etwas wolkenverhangen. „Am Mittwoch hatten wir 500 Badegäste, tags darauf 80.“
Für den Pächter ist die Bilanz nicht zufriedenstellend, denn die Zahlen müssen stimmen, damit sich die Arbeit für ihn auch finanziell rentiert. „Wenn es noch so einen Sommer gibt, müssen wir uns fragen, wie es hier vernünftig weiter geht.“ Doch den Kopf wolle er jetzt noch nicht in den Sand stecken.
Enrico Loos zeichnet seit 2009 für die Gaststätte am Albertinesee verantwortlich. Seit 2011 betreut er das gesamte Areal als Pächter. Auftraggeber ist die Stadt Staßfurt. Sein aktueller Pachtvertrag läuft Ende des Jahres aus. „Doch er wird, so wie im Kontrakt festgeschrieben, automatisch um zwei Jahre verlängert, wenn sich keine der Vertragsparteien aus der Vereinbarung zurückzieht.“ Er wolle weiter machen und auch seitens der Stadt gebe es kein anderes Signal, so der Pächter.
Im Mai hat Enrico Loos die Badesaison am Albertinesee eröffnet. Ende war im September. Doch auch jetzt im Herbst gebe es genug zu tun, berichtet der Förderstedter. „Wir nutzen diese Zeit wie eigentlich alle, die im Sommer Angebote unterbreiten, um Reinigungs-, Renovierungs- und Instandhaltungsarbeiten vorzunehmen.“ Und da gebe es eine Menge zu tun. Aktuell sind Enrico Loos und seine Helfer damit beschäftigt, die Boote aufzupolieren. Im Naturbad können die Gäste während der Öffnungszeiten mit zwei Ruderbooten und drei Tretbooten auf das Wasser fahren. „Wir prüfen bei den Tretbooten jetzt die Mechanik und reparieren, wo es hakt.“ Auch die Holzteile, wie Bänke und Lehnen, erhielten eine Frischekur. Die Ruderboote würden in regelmäßigen Abständen mit einem neuen Farbanstrich versehen.
Wenn die Boote fertig und winterfest gemacht sind, geht es mit den Sitzbänken weiter. 36 Stück gibt es davon am See. Ihre Sitz- und Lehnflächen werden abgeschliffen und schließlich neu versiegelt. Gleichzeitig werden die Grünanlagen gepflegt. Der Rasen muss gemäht werden. An den Hauswänden sammeln sich die großen, mit Laub gefüllten Säcke. In den kommenden Wochen wird Enrico Loos auch Zeit finden, um zu schauen, was an den Gebäuden gemacht werden muss.
Aber auch den kommenden Sommer hat der Pächter bereits jetzt schon im Blick. „Im März beginnen dafür die Vorbereitungsarbeiten“, so der 40-Jährige. Dann kümmert sich der Betreiber zum Beispiel um neuen Sand für den Spielplatz, den Volleyballplatz und den Sandstrand.
So richtig Ruhe kehrt für den Pächter am See also nie ein. „Es gibt eigentlich immer etwas zu tun“, sagt Enrico Loos.