Schülerklub Tangerhütte organisiert mit dem Hort gemeinsam Ferienhöhepunkt Ein Tag voll Spaß und Wissen auf der Festung Tangergrund
"Auf der Festung Tangergrund... muss doch auch ein Burggraf sein" und der habe "einen Wasserbauch, da spiel’n die Mäuse drauf", so sangen die Minnesänger gestern Mittag vor ihrer Burggräfin. Die war nicht ganz so amüsiert und ließ das Volk erst einmal mit einstimmen. Auf "Tangergrund" feierten mehr als 30 Kinder ein gemeinsames Mittelalterfest.
Tangerhütte. Ihre Burg hatten die Bewohner, allesamt Besucher des Ferienhortes und des Schülerklubs in Tangerhütte, in gemeinschaftlicher Arbeit ausgebaut. So wurden Rittersaal und Turnierplatz hergerichtet, aber auch ein Burggraben rund ums Spielgerüst an der Grundschule angelegt.
Einen Tag lang versetzten die Mitarbeiterinnen beider Einrichtungen mit vielen Helfern alle Ferienkinder in der Zeit zurück und spätestens, als Burggräfin und Schülerklubleiterin Eileen Wolf-Köppe von ihren Untertanen Folgsamkeit und eine Verbeugung verlangte, merkten alle, dass da früher doch manches anders war. Nach der Begrüßung auf der Burg und einem gemeinsamen Mittagessen, das die Kinder selbst überm Feuer gekocht hatten, ging es an verschiedenen Stationen darum, das Leben im Mittelalter kennenzulernen.
Schon Wochen im Voraus hatten sich alle tolle Kostüme und Helme beziehungsweise Hüte für die Mädchen gebastelt. Beim Filzen von Bällen mit Renate Classe und Roswitha Blumenthal vom Zentrum für Ökologie, Natur- und Umweltschutz in Buch hatten alle ebenso ihren Spaß wie beim Bogenschießen mit Vertretern des Bellinger Bogenclubs.
Unterstützung gab es auch von der Tangerhütter Jugendwehr, die das Feuer für das gemeinsame Mittagsmahl mit absicherte. Die Suppe wurde, wie früher üblich, in Handarbeit selbst hergestellt und schön lange gerührt.
Auch beim Wagenradtreiben, Ponyreiten oder am Baum des Wissens, den Rosi Härtel mit vielen kindgerechten Informationen übers Mittelalter gespickt hatte, gab es neue Erkenntnisse und galt es, sich zu beweisen. Zu Beginn bekam jedes Kind einen Beutel voll Schokoladentalern, die als Wegezoll an den einzelnen Stationen abzugeben waren. Auch beim Steinstoßen ging es um die höchsten Punkte, denn am Ende wurden die kühnsten Mitstreiter gesucht, die dann zu Rittern und Burgfräulein ernannt wurden.
Gemeinsam in eine andere Zeit einzutauchen, das sei Ziel der Tagesveranstaltung gewesen, erläuterte Eileen Wolf-Köppe, und dazu gehöre eben auch die Erkenntnis, dass auf so einer Burg alle mit anpacken mussten. Was ein Ritter oder ein Burgfräulein früher so "drunter" trugen, dass es auf einer Burg kein Badezimmer gab oder dass Alleinunterhalter für die Laune des Burgherren da waren, das alles erfuhren die Kinder bei ihrer Zeitreise.