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Bürgerinitiative Modellprojekt in Stendal - Servicepunkt der Nachbarschaftshilfe nimmt Arbeit auf

Die Bürgerinitiative Stendal will mit einem Landesprojekt hilfe- und pflegebedürftige Menschen unterstützen.

11.07.2023, 11:03
Sarah Poppe (von links), Stefanie Hamacher und Yvonne Jahn  übergeben das Schild für den ersten Servicepunkt an Angela Kemena und Anja Schulz von der Bürgerinitiative Stendal.
Sarah Poppe (von links), Stefanie Hamacher und Yvonne Jahn übergeben das Schild für den ersten Servicepunkt an Angela Kemena und Anja Schulz von der Bürgerinitiative Stendal. Foto: Edda Gehrmann

Stendal (vs) - Die Bürgerinitiative Stendal (BIS) hat als erster regionaler Servicepunkt der Nachbarschaftshilfe Sachsen-Anhalt ihre Arbeit aufgenommen. Ziel dieses Landes-Modellprojektes sei es, dass hilfe- und pflegebedürftige Menschen so lange wie möglich gut zu Hause leben können und nicht isoliert werden, heißt es in einer Pressemitteilung zum Projektstart. Engagierte aus ihrem Umfeld erledigen zum Beispiel Einkäufe, begleiten sie auf Spaziergängen oder ins Konzert, zum Arzt oder zum Amt, helfen bei der Haushaltsführung oder der Gartenarbeit.

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Dafür kann aufgrund einer Neufassung der Pflege-Betreuungsverordnung in Sachsen-Anhalt der Entlastungsbetrag von 125 Euro monatlich, der in Deutschland jedem Menschen mit einem Pflegegrad zusteht, nun auch für Einzelhelfer ausgegeben werden. Bisher war das nur über Pflegedienste oder von den Pflegekassen anerkannte Angebote zur Unterstützung im Alltag möglich. Was in der Nachbarschaftshilfe wofür ausgegeben wird, bestimmt eine individuelle Regelung zwischen Helfer und Hilfebedürftigem.

Nachbarschaftshilfe unterstützt im Alltag

„Es geht um all das, was alltäglich anfällt, aber nichts mit Pflege zu tun hat. Im besten Fall nehmen es die Helfenden dem Pflegebedürftigen nicht ab, sondern unterstützen ihn dabei“, sagt Yvonne Jahn. Die Projektleiterin der Nachbarschaftshilfe Sachsen-Anhalt war zum offiziellen Start des ersten regionalen Servicepunktes mit ihren beiden Kolleginnen von der Landeskoordinierungsstelle zum BIS e.V. nach Stendal gekommen.

Die Servicepunkte sind Ansprechpartner für Hilfesuchende und Hilfeleistende gleichermaßen. Dort können sich Interessierte zu den Voraussetzungen beraten, unterstützen und registrieren lassen. Yvonne Jahn: „Es war uns wichtig, Partner zu finden, die sich schon mit dem Thema auskennen.“

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Der Stendaler Verein BIS kann fast 20 Jahre Erfahrung sowohl in der Nachbarschaftshilfe als auch bei der Unterstützung pflegebedürftiger Menschen vorweisen. Er werde auch die kostenlose Qualifizierung anbieten, die der Gesetzgeber für die registrierten Helferinnen und Helfer verpflichtend vorgesehen hat, damit sie auf ihre Aufgabe gut vorbereitet sind, heißt es in der Pressemitteilung. Über die Bürgerinitiative können Helfende außerdem miteinander in Kontakt kommen und sich austauschen.

Die Nachbarschaftshilfe Sachsen-Anhalt ist ein Modellprojekt des Landes-Sozialministeriums und wird in seinem Auftrag von der Gesellschaft für Prävention im Alter (PiA), einem Institut an der Hochschule Magdeburg-Stendal, umgesetzt. Motto: „Weil Nachbarschaft mehr ist.“

Das Büro der BIS befindet sich in der Carl-Hagenbeck-Straße 39 im Stendaler Stadtseegebiet. Telefon 03931/490639, E-Mail: angela.kemena@bisev.de.