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Erinnern an jüdisches Leben Stendal bekommt 21 Stolpersteine: In diese Straßen werden sie eingesetzt

An mehreren Orten in Stendal soll an jüdisches Leben erinnert werden. Das Projekt ist auf Spenden angewiesen.

Von Leon Zeitz 28.02.2025, 16:00
Oberbürgermeister Bastian Sieler und Ruth-Barbara Schlenker wollen an jüdisches Leben in Stendal erinnern.
Oberbürgermeister Bastian Sieler und Ruth-Barbara Schlenker wollen an jüdisches Leben in Stendal erinnern. Foto: Leon Zeitz

Stendal - In Stendal sollen bis ins Jahr 2026 an neun verschiedenen Orten insgesamt 21 neue Stolpersteine verlegt werden. Dafür hat die Geschichtswerkstatt Stendal beste Vorarbeit geleistet.

Die Mitglieder haben 21 Biografien von jüdischen Bewohnern der Hansestadt recherchiert. Die Herstellung der Steine übernimmt der Kölner Künstler Günter Demnig.

Im April 2025 werden die Stolpersteine geliefert. Die ersten Pflasterquader sollen im September zum Tag des offenen Denkmals in der Karlstraße und im Schadewachten verlegt werden. „Wir haben die Arbeiten immer mit einem Anlass verbunden wie einem Gedenktag oder dem jeweiligen Tag der Deportation“, sagt Ruth-Barbara Schlenker von der Geschichtswerkstatt.

Weitere Steine werden in der Breiten Straße, in der Bruchstraße, in der Grabenstraße in der Nicolaistraße und in der Brüderstraße verlegt. Ruth-Barbara Schlenker würde sich freuen, wenn die Stolpersteine bis zu ihrer Verlegung im Rathaus ausgestellt werden könnten.

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Unterstützt wird der Verein von der Stadt Stendal. Mitarbeiter des städtischen Bauhofes werden die Steine in die Gehwege einsetzen. „Wir wollen in der Stadt Stendal jüdisches Leben sichtbar machen und es davor schützen, in Vergessenheit zu geraten“, sagt Oberbürgermeister Bastian Sieler (parteilos) beim Pressetermin.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann dies mit einer Spende tun. Das Geld wird unter anderem für den Kauf der Stolpersteine (120 Euro pro Stein) und für die Reisekosten der Angehörigen verwendet. Spendenboxen sind in den vier Buchhandlungen in der Stendaler Innenstadt und in der Tourist-Information im Rathaus aufgestellt. Dort liegen auch Flyer mit Infos zum Projekt aus.

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Außerdem würde sich Ruth-Barbara Schlenker wünschen, wenn interessierte Menschen bei der Recherche nach jüdischem Leben in Stendal helfen könnten. „Das wäre eine große Unterstützung. Leute, die zum Beispiel im Internet in Familienportalen angemeldet sind.“

Mit den Stolpersteinen soll es nicht getan sein. Ruth-Barbara Schlenker hat das nächstes Projekt im Blick: „Im Stadtkonzept soll jüdisches Leben mit Infotafeln noch präsenter sein.“