Bürgerinitiative fordert Nachbesserungen beim Bau eines Einkaufsmarktes in unmittelbarer Nachbarschaft Anwohner sehen ihre Lebensqualität schwinden
In Osterweddingen soll ein Einkaufsmarkt gebaut werden. Eine Bürgerinitiative macht gegen dieses Vorhaben mobil. Anwohner sehen sich künftig Belästigungen wie Lärm und Staub ausgesetzt und befürchten, dass, wie in anderen Orten der Umgebung auch, in einigen Jahren ein verlassener Markt zurückbleibt.
Osterweddingen l Noch bis zum 30. April haben die Bürger des Sülzetals die Gelegenheit, im Bauamt der Gemeinde die Planungsunterlagen einzusehen und Einwände gegen den geplanten Bau des Einkaufsmarktes in Osterweddingen anzubringen. "Darauf möchten wir noch einmal besonders hinweisen", sagen Harald Müller, Steffen Peitek und Norbert Uebe. Ihre Grundstücke und auch die anderer Bewohner des Igelweges grenzen unmittelbar an das künftige Areal des Einkaufsmarktes. Die Bürgerinitiative hat bereits in Ortschaftsratssitzungen ihren Unmut über den Bau des Marktes, gerade an dieser Stelle, zum Ausdruck gebracht. Doch ihr Begehren fand bislang kein Gehör.
Der künftige Einkaufsmarkt soll auf einer Fläche an der Ackerstraße/Dodendorfer Straße entstehen, die bis zur Umwidmung als überwiegendes Wohngebiet ausgewiesen war. Anfang dieses Jahres erfolgte die Änderung zum Mischgebiet. Damit wird eine gewerbliche Nutzung zugelassen.
Bauland ist genug vorhanden
Das gesamte Areal hat eine Fläche von insgesamt 10000 Quadratmetern. "Der Verkauf als Fläche für eine überwiegende Wohnbebauung wäre problematisch geworden und ist auch gar nicht mehr lukrativ, denn in Osterweddingen gibt es genügend Bauland. Erschwerend kommt für dieses Areal hinzu, dass sich im nördlichen Teil eine Hauptwasserleitung befindet, die nicht überbaut werden darf und die garantiert niemand auf seinem Grundstück haben möchte" berichten Steffen Peitek, Norbert Uebe und Harald Müller. Der Verkauf der Gesamtfläche an einen Investor sei da schon attraktiver und die Wasserleitung könne unter einer Begrünung oder Parkflache verschwinden, meinen die Männer von der Bürgerinitiative. Für sie ist der Standort des Einkaufsmarktes ohnehin fragwürdig.
In ihren Augen könne nicht die Rede von einer Einkaufsmöglichkeit im Ortskern sein. Auch fragen sie, wieso keine anderen Flächen im Ort in Erwägung gezogen wurden.
Die Bürgerinitiative hatte auch den Kontakt zum Investor gesucht. Im Ergebnis waren geringfügige Änderungen im Bebauungskonzept vorgenommen worden. Jedoch seien diese Zugeständnisse in dem jetzt offiziell ausliegenden Planungspapier zum Teil nicht mehr enthalten. "Verschwunden ist beispielsweise ein zuvor eingezeichneter Erdwall zum angrenzenden Parkplatz", erklären die Anwohner. Sie wollen sich nochmals an den Investor und auch an die Gemeinde wenden.
Schreiben liegt Volksstimme vor
Ein Entwurf des Schreibens an Gemeinde und Investor liegt der Volksstimme vor. Darin werden von der Bürgerinitiative zwei Erdwälle, südlich und westlich, gefordert. Die Wälle könnten mit Sträuchern und Hecken bepflanzt werden und damit als zusätzlicher Sicht- und Lärmschutz zum Parkplatz und Lieferverkehr dienen. "Mit Wegfall des ursprünglich geplanten einen Erdwalls befürchten wir eine erneute Änderung des Bebauungsplanes und statt der zusätzlich geplanten Bebauung mit Einfamilienhäusern auf dem Areal eine ¿schleichende Bebauung\' mit weiterem Gewerbe", erklären Norbert Uebe, Steffen Peitek und Harald Müller. Sie fordern im Namen der Anwohner eine Einfriedung des gesamten Areals, um zu verhindern, dass daraus ein "motorisierter Jugendtreff" nach Ladenschluss wird.
Um die Lebensqualität der Anwohner nicht weiter einzuschränken, sollte zudem eine auf den Parkplatz beschränkte Beleuchtung installiert werden.