Blutspende Ein Pikser für den guten Zweck
In Deutschland werden täglich 15000 Blutspenden benötigt. Dafür haben sich 59 Spender in Wanzleben dem freiwilligen Aderlass unterzogen.
Wanzleben l Die DRK-Kinder- und Jugendeinrichtung Tenne in Wanzleben hat sich längst im gesellschaftlichen Leben der Stadt etabliert. Es steppt der Bär, wenn sich junge Leute dort treffen, um ihre Freizeit zu verbringen. Doch auch als Zentrum für Blutspendenaktionen genießt die Tenne hohe Akzeptanz. So war die Einrichtung am Mittwochnachmittag fest in Erwachsenenhand. Grund: Das Deutsche Rote Kreuz hatte Freiwillige um Blutspenden gebeten.
Ein Spender, der den kleinen Pikser kaum erwarten kann, ist Rainer Reichenbach. Pünktlich um 16 Uhr betritt der 55-jährige Schleibnitzer den Ort des Geschehens. Er darf für sich in Anspruch nehmen, der Erste zu sein. Zum mittlerweile 136. Mal lässt er sich einen halben Liter des kostbaren Gutes abzapfen, er dürfte damit am Mittwoch zu den Rekordhaltern gezählt haben. Zeit für einen Spaß mit Schwester Astrid bleibt auch noch, als sie ihm die Kanüle anlegt.
Auf einer der Liegen hat es sich Heike Dornieden bequem gemacht. Auch die 51-Jährige ist sehr zeitig im für die Spendenaktion hergerichteten „Behandlungsraum“ erschienen. Sehr entspannt lässt sie die Prozedur über sich ergehen, keine fünf Minuten später ist die Aktion für Heike Dornieden bereits wieder Geschichte. Sie hat mittlerweile zum 39. Mal gespendet – „Alles gut“, lautet ihr knapper Kommentar.
Im Verlauf des Tages bis 20 Uhr werden insgesamt 59 Spender, unter ihnen zwei Erstspender, das „Behandlungszimmer“ passiert haben. Alle eint dabei ein Ziel. Sie möchten Menschen helfen und spenden aus Überzeugung. „Man kann ja durchaus selbst einmal auf Blutspenden angewiesen sein und wäre dann dankbar über fremde Hilfe.“
Erika Hatzl, Blutspendebeauftragte des DRK-Ortsvereins Wanzleben, und ihre Mannschaft mit Benedict Müller, Christine Träger, Karin Pötzsch, Sabine Stitz, Natalja Donhauser, Aabed Bahro und Tenne-Chef Jörg Schulz haben als Team wieder perfekt funktioniert. Die fleißigen ehrenamtlichen Helfer haben Planung, Herrichtung der Räume, Dekoration und Versorgung in gewohnter Weise im Griff gehabt.
Die Zahl der Spender im Jahr 2016 ist im Vergleich zu 2015 nach jeweils drei Termin vor Ort für die Stadt Wanzleben-Börde rückläufig. Waren es in Groß Rodensleben/Domersleben im vergangenen Jahr 126 Freiwillige, sind in diesem Jahr 119 Spender zu vermelden. In Hohendodeleben lautet das Ergebnis 82 (2015) zu 85 (2016). Für Klein Wanzleben wurden 129/104, Seehausen 145/123 und Wanzleben 147/183 Freiwillige gezählt. Das Gesamtergebnis lautet 629 (2015) zu 614 (2016). Die Zahl der Erstspender betrug im vergangenen Jahr 19, in diesem Jahr sind 21 Erstspender registriert worden. Die durchschnittliche Spenderzahl lag in 2015 bei 42, in diesem Jahr bei 41 Personen. Diese Entwicklung bereitet durchaus Grund zur Sorge. „Wir appellieren an die Spendenbereitschaft unserer Mitmenschen, eine Steigerung ist gewünscht und auch nötig“, weiß Sabine Tacke, Blutspendebeauftragte des DRK-Kreisverbandes Wanzleben. Jeder zusätzliche Eingang auf dem Blutspendekonto sei willkommen.