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Gilde-Vorsitzender entschuldigt sich und kündigt an, für eventuelle Schäden aufzukommen Test-Pfeil der Bogenschützen landet mitten im Poolbecken

Von Sabrina Trieger 29.07.2010, 06:22

Die Bogenschützen der Wanzleber Schützengilde landeten am Dienstagabend einen "Volltreffer" – allerdings einen im Badepool der Familie Dittmar aus Wanzleben. Denn fast genau in der Mitte des Familienpools blieb das Pfeilgeschoss aus Holz im Gummiboden stecken. Die Bogenschützen wollen sich nun für den Fehler entschuldigen und für eventuelle Schäden aufkommen. Der Pfeil hatte bei einem Test der neuen Fangnetze, die Dienstagabend zur Sicherung der Anlage angebracht worden waren, jenes überflogen, den Festplatz überquert und ist so direkt im Badebecken der Dittmars gelandet.

Wanzleben. Als der 49-jährige Uwe Dittmar am Dienstagabend im Garten zur Urlaubsvorbereitung das Dach seines Wohnwagens reinigen will, hört er es nur an seinem Ohr zischen und dann im Swimmingpool neben ihm dumpf platschen. Ein langer Pfeil ist geradewegs im kreisrunden vier Meter breiten Swimmingpool der Familie gelandet. Ein Volltreffer sozusagen.

Im Gummiboden des Pools bleibt das Geschoss stecken. Während der 49-Jährige mit der Polizei telefoniert, betrachtet sein 89-jähriger Vater Bodo Dittmar den Pfeil. "Das ist ja Wahnsinn. Was hätte da alles passieren können. Das ist ja lebensgefährlich. Ich traue mich gar nicht, den Pfeil aus dem Pool zu ziehen, weil dann das ganze Wasser ausläuft", meint er.

Der Sohn hat inzwischen die Polizei am Apparat. Die Beamten nehmen am Telefon eine Anzeige wegen Sachbeschädigung auf. Was die Sicherheit an der Bogenschießanlage betreffe, sagt der Beamte, werde man das Ordnungsamt der Stadt Wanzleben informieren. Als bis zum nächsten Tag noch immer nichts passiert und sich niemand meldet, ruft Bodo Dittmar bei der Volksstimme an und erzählt die unglaubliche "Pfeil-steckt-im-Pool-Geschichte".

Die Redaktion fragt noch am Vormittag bei Ordnungsamtsleiterin Erika König nach, die nach ihren Angaben den Fall inzwischen kannte, aber dafür nicht zuständig sei. Allerdings gibt sie den Tipp, sich an die Schützengilde Wanzleben zu wenden. Schließlich ist die neue Bogenschießabteilung der Gilde der Betreiber der neuen Anlage. Die Volksstimme wendet sich an den Vorsitzenden der Wanzleber Schützengilde Manfred Aris. Auch er zeigt sich von dem Pfeil-Irrläufer informiert und angesichts des Vorfalls merklich berührt.

"Es ist ein Fehler, der so nie wieder vorkommen wird. Wir haben am Dienstagabend zur Sicherung der bis dato noch nicht freigegebenen Bogenschießanlage die drei Meter hohen Fangnetze am Zaun installiert, um eben solche Unfälle ausschließen zu können", erklärt Aris.

Nach dem Installieren der Fangnetze hätten die Schützen einen Test aus der Sicherheitszone heraus unternommen, um zu sehen, ob die Fangnetze die Pfeile halten. Dabei sei ein Pfeil in Richtung des benachbarten Festplatzes geflogen. "Wir dachten, dass der Pfeil irgendwo auf dem Festplatz gelandet ist. Dass er bis in die angrenzende Siedlung fliegen würde, hätte keiner gedacht. Wir können uns wirklich nur bei Familie Dittmar für diesen Fehler entschuldigen. Für eventuell entstandene Schäden würden wir natürlich aufkommen."