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Kreishandwerkerschaft Wernigerode: 37 Gesellenbriefe zum "Tag des Handwerks" überreicht 74 neue Verträge - aber noch einige freie Stellen

Von Andreas Fischer 14.09.2011, 04:28

Mit der Übergabe der Zeugnisse zum bundesweiten "Tag des Handwerks" gibt es im Altkreis Wernigerode 37 weitere Gesellen. In der Region wirken derzeit 1144 Handwerksbetriebe mit über 5000 Beschäftigten.

Wernigerode. Feierlicher Tag für 37 Handwerksgesellen. Neun Zimmerer, sieben Friseure und Kraftfahrzeugmecha-troniker, drei Bäcker, Fleischer sowie Maler und Lackierer, zwei Tischler sowie ein Dachdecker, Elektroniker und Maurer beendeten erfolgreich ihre Gesellenprüfung. Diese Lehrlinge erhielten nach drei beziehungsweise dreieinhalbjähriger Lehrzeit die Prüfungszeugnisse und die Gesellenbriefe.

"Das Handwerk war früher und ist noch heute ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region und gilt als verlässlicher Partner für stabile Ausbildungs- und Arbeitsplätze", sagte Ulrich Reinhardt, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Wernigerode, in seiner Rede zur sogenannten Sommerfreisprechung. Vor weiteren Vorstandsmitgliedern, den Obermeistern und Prüfungskommissionsvorsitzenden der Fachinnungen wünschte auch Kreishandwerksmeister Heinz Sallier den Gesellen eine erfolgreiche berufliche Entwicklung.

Besonders stolz können Hendryk Scharun sowie John Marmulla sein. Beide - als Tischler beziehungsweise Zimmerer ausgebildet - erhielten Auszeichnungen als Beste ihres Jahrgangs. Neben Hendryk Scharun haben sich auch Sandra Polke, Thomas Rüstenberg, Christoph Körner und Heinrich Klug wegen ihrer herausragenden Leistungen zur Teilnahme am praktischen Leistungswettbewerb der Handwerkerjugend auf Kammerebene qualifiziert.

Reinhardt äußerte sich zuversichtlich, dass auch in Zukunft das regionale Handwerk seinen Beitrag zur Entwicklung der Region leisten werde. Für das neue Ausbildungsjahr seien bis jetzt 76 neue Ausbildungsverträge abgeschlossen worden, sagte er. Somit befänden sich im Bereich der Kreishandwerkerschaft Wernigerode derzeit 404 Lehrlinge und Umschüler in einem handwerklichen Ausbildungsverhältnis. Es gebe sogar noch einige freie Ausbildungsplätze.

Reinhardt wies aber auch auf Probleme hin: "Die Statistik der vergangenen Jahre zeigt den Trend, dass für die von den Handwerksbetrieben bereitgestellten Lehrstellen immer weniger Bewerber zur Verfügung stehen." Ursachen dafür seien weniger der sogenannte Geburtenknick, sondern ein stark zunehmendes Desinteresse an Handwerksberufen sowie ungenügende schulische Leistungen. Stark schwankende wirtschaftliche Auftragssituatio- nen, ein deutlich zunehmender Kostendruck und die Ungewissheit vor einer weiteren Wirtschaftskrise würden für instabile Ausbildungsverhältnisse im Handwerk sorgen.