Allgemeinmedizinische Versorgung wieder in Stiege Neue Arztpraxis doch schon fertig, an die 40 Patienten gestern behandelt
Ein Arztnotstand ist überwunden: Nur gut 14 Tage nach dem ersten Besuch eines Bad Segeberger Mediziners in der alten Schule von Stiege wurde gestern dort die erste Sprechstunde abgehalten. Drei Frauen fanden Arbeit. Etwa 40 Patienten kamen allein gestern auf kurzem Weg zum Doktor.
Stiege. Gleich um 8.30 Uhr standen die ersten Einwohner gestern vor dem alten Stieger Schulhaus. Aber nicht, um zu lernen, sondern auf der Suche nach ärztlicher Hilfe. Und die bekamen sie auch.
Dr. Jörg Liebsch eröffnete darin gestern seine neue allgemeinmedizinische Praxis. Wo vor 14 Tagen noch leere Klassenräume vor sich hin gähnten, stehen jetzt Computer, Schreibtische, medizinische Geräte, ist ein Wartezimmer eingerichtet.
Zur Seite stehen dem Arzt neben Ehefrau Dagmar Regina die medizinischen Fachangestellten Kathleen Nabert und Ramona Kolbe sowie Mitarbeiterin Sonja Trute, alle drei aus Stiege und aus der Praxis des verstorbenen Dr. Jansen.
"Wir können anfangen, ich bin schon recht zufrieden", sagt der aus dem Raum Bad Segeberg in den Oberharzort siedelnde neue Arzt. Hier und da gebe es Regelungsbedarf, sei manches noch provisorisch. Das Telefon aber soll ab heute funktionieren. Und rege besucht wurde die Praxis auch sofort.
"Gut, dass es die Praxis gibt, so müssen wir nicht mehr über Land fahren", bringt es Lothar Schult im Wartezimmer auf den Punkt. Der Stieger war zum Arzt bis Elbingerode gefahren. Christel Hirsch fuhr bis Friedrichsbrunn. Ebenso Rosemarie Kleie: "Nur als ich Hexenschuss hatte, konnte ich nicht weg, der Arzt aber auch nicht zu mir", berichtet sie. Etwa zehn Patienten suchten gestern in der ersten halben Stunde die Arztpraxis auf. "Die Neuereröffnung ist gut für Stiege und die Region", fasst Ortsratsmitglied Volker Gatzemann zusammen. Ortschef Rolf-Peter König hatte den Arzt gleich früh mit Blumen im neuen Domizil begrüßt. Nur kurz, weil er Termine hatte - und die Leute warteten. Gestern am ersten Tag wurden etwa 40 Patienten "verarztet".