Besucher des Miniaturenparks können ab Juli den Goslarer Marktplatz besichtigen Wernigerodes Rathaus erhält Konkurrenz
Der "Kleine Harz" erhält Zuwachs - unter anderem wird ab Juli das Rathaus von Goslar im Miniaturenpark in Wernigerode ausgestellt. Die Volksstimme blickte den Bauherren bei ihrer Arbeit in der Schauwerkstatt über die Schulter.
Wernigerode l Mit geübten Handgriffen klebt Uwe Bruch von der Oskar Kämmer Schule kleine Schindeln aus Plastik auf das Dach eines Hauses im Miniformat. Noch ist es gänzlich weiß - nur die Fensterrahmen sind braun abgesetzt. Welches Gebäude in der Schauwerkstatt der Oskar Kämmer Schule im Wernigeröder Bürgerpark entsteht, ist für Laien nur schwer erkennbar. Mario Sternitzke hingegen weiß es genau: "Es handelt sich um das Rathaus von Goslar."
Bis dieses detailgetreu nachgebildet besichtigt werden kann, gibt es aber noch einiges zu tun, so der Schauwerkstatt-Leiter. Das Kreuzgewölbe müsse fertiggestellt werden und anschließend in die untere Objektebene eingesetzt werden, das Schieferdach fertig beklebt werden. "Man muss sich das wie bei einem Dachdecker vorstellen", erklärt Sternitzke. Er fügt schmunzelnd hinzu: "Wir benötigen allerdings keine Gerüste." Schließlich reicht ihm das Rathaus nur bis zur Schulter. Vor dem Umzug auf das Freigelände werde das Rathaus bemalt und lackiert - alles in Handarbeit. "So wird aus dem schlichten weißen Objekt erst das Kunstwerk."
Auf Handarbeit wird in der Schauwerkstatt auch ansonsten gesetzt - beispielsweise bei Verzierungen, Satellitenschüsseln und Mülltonnen. Ebenso wurden die Fenster aus Plexiglas mit einer Fräse graviert und anschließend handbemalt. "Uns geht es immerhin um eine detailgetreue Nachbildung", betont Mario Sternitzke.
Für den Objektbau wird übrigens ein PVC-Kunstoff verwendet. "Das Material hat sich für unsere Arbeiten bewährt", erklärt Sternitzke. Kunststoff sei einfacher als Holz zu verarbeiten.
Zudem sei dieses Material für die Witterung draußen besser geeignet. "Über dessen Lebensdauer könne allerdings noch keine Aussage getroffen werden", so der Chef der Schauwerkstatt. Mario Sternitzke: "So lange der Kunstoff hält, hält auch das Modell."
Von den Planungen bis zum fertigen Objekt ist es ein langer Weg. "Unser Anspruch ist, dass wir die Objekte so original wie möglich nachbilden", so Sternitzke. "Und dies geht nur in akribischer Kleinarbeit." Knapp zwei Jahre müsse für ein Objekt gerechnet werden. Fotos und Baupläne von dem Originalobjekt werden benötigt, Zeichnungen erstellt und vieles mehr - "es ist ein ähnlich großer Aufwand wie in einem Planungsbüro."
Neben dem Rathaus wird derzeit auch das Kaiserringhaus und das Hotel Kaiserworth vom Goslarer Marktplatz gebaut. Pünktlich zu den Sommerferien sollen diese Gebäude den Besuchern des "Kleinen Harzes" präsentiert werden. Neue Exponate sind in diesem Jahr auch Modelle der Stiftskirche Gernrode, das Rathaus Harzgerode und die Lohmühle in Goslar.
Der Miniaturenpark "Kleiner Harz" öffnet am 6. April.