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Freisprechung Willkommen in der Familie

Feierliche Freisprechung für 33 Gesellen im Wernigeröder Rathaus. Die Zukunft der Nachwuchshandwerker sieht gut aus.

Von Uljana Klein 24.09.2015, 23:01

Wernigerode l „Ohne Handwerk geht nichts, unser modernes Leben wäre nicht denkbar.“ Mit diesen Worten eröffnete Andreas Heine, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Wernigerode, die Freisprechung von mehr als 35 Nachwuchshandwerker im historischen Ratsaal zu Wernigerode. Allesamt hatten in sechs verschiedenen Gewerken in diesem Sommer ihre Abschlussprüfungen erfolgreich abgelegt. Im Beisein von Familien und Freunden nahmen die frischgebackenen Junggesellen zum Dachdecker, Elektroniker, Kfz-Mechatroniker, Tischler, Maler/Lackierer und Zimmerer ihre Zeugnisse entgegen.

Die Zukunft sieht für die jungen Leute ganz vielschichtig aus. „Ich fange im Oktober ein Studium an, meine Ausbildung war die Grundlage dafür“, sagte Maik Rypschinski (22) auf Volksstimme-Nachfrage. Wie Maik Rypschinski würde sich auch Neufacharbeiter Florian Fink (26) jederzeit wieder für einen handwerklichen Beruf entscheiden. Tom Schmidt (21) wird zunächst in der Ferne Berufserfahrung sammeln und in Bremen bei einem großen deutschen Autohersteller in der Qualitätskontrolle einsteigen.

Die Zeugnisübergabe war auch für die Eltern ein bewegender Moment. Vor allem, als ihre Sprösslinge die Zeugnisse in den Händen hielten. „Wir sind sehr stolz auf unseren Sohn“, sagte Steffi Pape, Mutter von Chris Pape (22). Die Bedeutung des Moments der Freisprechung erläuterte Andreas Heine den jungen Menschen wie folgt: „Sie sind jetzt frei gegenüber Verpflichtungen dem Lehrherren gegenüber und frei von Unwissenheit.“ Der Geschäftsführer betonte, dass die Junggesellen mit sofortiger Wirkung dem weltmeisterlichen deutschen Handwerk angehörten und spielte damit auf die sehr guten Ergebnisse deutscher Junghandwerker bei der Berufsweltmeisterschaft des Handwerks im August 2015 in Brasilien an. Deutsche Handwerker errangen dort eine Gold- und drei Silbermedaillen sowie zwei Medaillen für exzellente Arbeiten.

Adelbert Neuling, stellvertretender Präsident der Handwerkskammer Magdeburg, begrüßte die jungen Handwerker „in der großen Handwerkerfamilie.“ Neuling hob in seiner Ansprache die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten deutscher Handwerker hervor und ermutigte die frischgebackenen Gesellen, in naher Zukunft eine Meisterschule zu absolvieren. Der Vize-Präsident erläuterte, dass der Meistertitel auf einer Stufe mit dem europäischen Bachelor stehe. „Ob Zuhause, auf Arbeit oder im Urlaub - egal, wo – die Menschen verlassen sich permanent auf das Handwerk“, so das Fazit Neulings.

Andreas Heinrich ergänzte: „Bis heute ist es die Stärke des Handwerks, dass Menschen in enger Verbindung Wissen an die neue Generation weitergeben.“ Wernigerodes Bürgermeister fügte außerdem hinzu, dass der gerade erst renovierte Rathaussaal durch die Arbeit von Handwerkern zu neuem Glanz erstrahlt ist.