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Gut besuchtes Familienfest zum 20. Geburtstag der Straße der Romanik Mittelalter lebt rund um die Kirche auf

Von Gudrun Billowie 03.09.2013, 03:07

Frauen in historischen Gewändern und kämpfende Ritter bevölkerten am Sonnabend das Gelände um die historische Klosterkirche Groß Ammensleben. Der Förderverein dieser Kirche hatte zum 20. Geburtstag der Straße der Romanik zum großen Familienfest geladen.

GroßAmmensleben l "Es war eine Wonne, die Frauen in den historischen Kostümen und die kämpfenden Männer anzuschauen", schwärmt Evelyn Kasper. Die Vorsitzende des Fördervereins Klosterkirche Groß Ammensleben hatte zusammen mit einem etwa 15-köpfigen Team das Fest vorbereitet. Das Motto hieß "In 80 Tagen um die Straße der Romanik".

"Dieses Fest war ein regelrechtes Volksfest", resümiert Ortsbürgermeister Rüdiger Pfeiffer. Er schwärmt besonders von dem mittelalterlichen Flair, das auf dem Klosterkirchenhof geschaffen worden war. Vor allem die Frauen hatten sich in historische Gewänder gehüllt, kamen als Waschfrauen oder Burgfräulein daher. Aber auch die Herren steckten nicht zurück. "So zog eine recht illustre Gruppe verwegener Gesellen und grimmiger Rittersleut die besondere Aufmerksamkeit auf sich", erzählt er, "bewundernden Beifall gab es für die wendigen Schwertkämpfer aus Haldensleben um Marcus Rehfeld und René Krohne, als sie mit Schwert, Axt und Streitkolben in Schaukämpfen demonstrierten, wie im Mittelalter wirklich gekämpft worden ist."

Der Termin für dieses Fest war bereit 2012 festgelegt worden. "Im Januar diesen Jahres haben wir uns mit den Vereinsvorsitzenden und der Bürgermeisterin Erika Tholotowsky zum ersten Mal zusammengesetzt", blickt Evelyn Kasper zurück. Besonders Eva-Maria Isensee und die Theatergruppe um Monika Bednarz haben sich in die Vorbereitungen eingebracht. Die Theatergruppe hat neben den kulturellen Einlagen auch den Erlös ihres Ostercafes für dieses Fest zur Verfügung gestellt. Dadurch konnten die Kinder an drei Ständen kostenlos essen und trinken. Evelyn Kasper spricht von zehn Kilogramm Nudeln, die für die Kinder über die Theke gingen. Außerdem wurde ein ganzes Schwein verzehrt, 100 Portionen Erbsensuppe, 260 Bratwürstchen, viele, viele Klopse, 80 geräucherte Forellen, fast 200 Waffeln und rund 20 Blechkuchen.

Obendrein gab es ein Preisrätsel zum Leben im Mittelalter, das Julian Löderbusch gewann. Er erhielt die Kettenhaube als Trophäe und eine Einladung, im Oktober auf dem "Gertrudium" in Haldensleben einen Tag als Knappe im Kriegerlager der Wikinger zu erleben.

Erfolge gab es auch beim Bogenschießen, Nagelschlagen oder bei traditionellen handwerklichen Tätigkeiten wie Filzen und Flechten, beispielsweise mit Weidenruten, teilt Rüdiger Pfeiffer mit.

Ortschronistin Irmgard Duba brachte biblische Geschichten zu Gehör und die Schriftstellerin Regine Sondermann las aus ihrem historischen Roman, der sich mit dem keineswegs einfachen Lebensweg der Editha von Wessex an der Seite des mächtigen Kaisers Otto I. befasst. "Inspiriert von den Ausgrabungsfunden im Magdeburger Dom, ließ sie im Lichtbildervortrag an ihrer Näherung an die Persönlichkeit anhand der recht spärlichen Überlieferungen zur ersten Gemahlin Otto I. teilhaben", so Pfeiffer.

Ponyreiten, lustiges Bühnenspiel der Theatergruppe Groß Ammensleben und Führungen durch die Klosterkirche sowie mit dem Domänenvogt über den Wirtschaftshof zum Schäfertor rundeten das Programm ab.

Mit eigenständigen Projekten und Ständen hatten sich auch die Bewohner des St. Klara-Heims, die AWO und die Mauritius-Apotheke, das Gut Glüsig und die Mitglieder der Kulturhistorischen Gesellschaft Groß Ammensleben sowie Imker, Angler und viele Persönlichkeiten engagiert eingebracht.

Obwohl die Freiwillige Feuerwehr mit Sirene zum Einsatz herausgerufen worden war und es zu regnen begann, fand das Klosterfest einen würdig klangvollen Abschluss mit den musikalischen Darbietungen der Schalmeienkapelle Groß Ammensleben. Musikalisch war das Fest auch eröffnet worden, und zwar vom Posaunenchor St. Katharinen aus Wolmirstedt.