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Problem Hunde und Fußball - passt das zusammen? In Jütrichau ist man sich uneins

In Jütrichau ist die Diskussion neu entflammt, ob der Hundeplatz des Boxer Klubs direkt neben dem Bolzplatz für die Kinder eine gute Kombination sind.

Von Petra Wiese 15.07.2023, 10:00
Bolzplatz und Hundeplatz liegen in Jütrichau gleich nebeneinander - das sorgt für Diskussionen.
Bolzplatz und Hundeplatz liegen in Jütrichau gleich nebeneinander - das sorgt für Diskussionen. Foto: Petra Wiese

Jütrichau - Seit fast 30 Jahren existiert in Jütrichau der Hundeplatz. Nun wird erneut diskutiert, ob es ideal ist, dass sich der Fußballplatz unmittelbar daneben befindet. Verschiedene Meinungen prallen hier aufeinander.

Die Kinder wollen Fußball spielen, aber es geht nicht. Wieder war es Jens Wernecke im Jütrichauer Ortschaftsrat, der das Thema Bolzplatz ansprach. Der befindet sich in Jütrichau etwas abseits vom Dorfzentrum und direkt neben dem eingezäunten Hundeplatz vom Jütrichauer Boxer Klub. Zwei große stabile Tore mit Netz laden zum Fußballspielen ein.

Eine großzügige Anlage, die auch von der Feuerwehr für Veranstaltungen genutzt wird. „Die Jungen und Mädchen gehen da nicht hin“, machte Jens Wernecke deutlich. Die hätten Angst vor den Hunden. Hunde und Fußball - das passe einfach nicht zusammen. Das sei schon bei seinen eigenen Kindern so gewesen. Die seien jetzt zwar raus aus der Nummer, aber er habe es jetzt erst wieder von anderen Kindern aus dem Dorf gehört.

Hundeverein pflegt das Gelände in Jütrichau

Die Hundefreunde seien mittwochs und sonnabends da zu festgelegten Zeiten. Der neue Vorstand sei bestrebt, dass sich die Mitglieder daran halten. Der ganze Platz wird vom Hundeverein gepflegt, so wie das vor Jahren per Vertrag ausgehandelt und festgelegt wurde, so Ortsbürgermeister Denis Barycza. Alles werde sehr gut in Ordnung gehalten, meinte er. Das würde ohne den Hundeverein wohl nicht so sein. Der neue Vorstand lege Wert auf Disziplin, wurde vom Verein bestätigt. Auch sei er an einem guten Verhältnis mit der Ortschaft interessiert.

Auch Lars Stock schloss sich der Meinung von Jens Wernecke an, dass das nicht zusammen passe. Allerdings verwies er auf die Zeiten - die Kinder könnten ja an den anderen Tagen spielen. Das funktioniere doch nicht, meinte Jens Wernecke. Denn Kinder gucken nicht auf den Tag, wenn ihnen einfällt, dass sie gerade Lust zum Fußballspielen haben. Außerdem sei ja gerade der Sonnabend ein Tag, an dem Kinder Zeit zu spielen haben. Wahrscheinlich ist das bei den Leuten so eingebrannt, dass da die Hunde sind, so Lars Stock.

Areal am Jütrichauer Dorfteich könnte eine Alternative sein

Es sei auf jeden Fall schade, dass der Bolzplatz nicht genutzt wird, war man sich einig. Denis Barycza gab zu bedenken, dass man das, was man eigens ausgehandelt und im Ortschaftsrat beschlossen hat, jetzt nicht einfach über den Haufen werfen könne. Der ehemalige Sportplatz wird nicht mehr gepflegt und gemäht durch die Stadt, so Denis Barycza. Der Hundeverein sei nun schon fast 30 Jahre da.

Die Tatsache, die schließlich noch im Raum stand: Eltern würde ihre Kinder bis zu einem gewissen Alter sowieso nicht alleine auf den abgeschiedenen Platz lassen. Außerdem mangelt es an Alternativen für einen Bolzplatzstandort.

Am Dorfteich, wo Volleyball- und Basketballfeld, Seilrutsche etc. schon vorhanden sind, wäre eine Möglichkeit, die aber angesichts der bereits anfallenden Beschwerden über Lärmbelästigungen durch Gruppen, die da Zeit verbringen, verworfen wurde. Man sollte sich mal mit dem neuen Vorstand vom Hundeverein treffen, schlug Lars Stock vor.

Mit der Angelegenheit will sich der Ortschaftsrat weiter beschäftigen und nach einer Lösung suchen.