Junge Erwachsene des Gymnasiums und der Sekundarschule in den "Kreis der Erwachsenen" aufgenommen Jugendweihefeiern in der Zerbster Stadthalle
Zerbst l Am vergangenen Sonnabend stand die Zerbster Stadthalle ganz im Zeichen der diesjährigen Jugendweihe-Feiern. In drei Durchgängen trafen hier Schülerinnen und Schüler aus achten Klassen des Gymnasiums Francisceum und der Ganztags-Sekundarschule Ciervisti mit ihren Eltern, Verwandten und Bekannten zur Jugendweihe-Feierstunde ein.
Organisiert wird die Feier bereits seit fast 22 Jahren vom Jugendweihe-Förderverein. In diesem Jahr arrangierte Eckhard Straube das Bühnenprogramm, an dem neben Valentina Wachtel am Flügel das Gesangs-Duo Silke und Dirk Spielberg sowie die Firedancer der Freiwilligen Feuerwehr Jütrichau und die Tanzmäuse des CCZ Rot-Weiß mitwirkten.
"Jugendweihe ist eine ganz besondere Angelegenheit", meinte Holger Hövelmann. Der Zerbs- ter, Ex- Innenminister und SPD-Landtagsabgeordnete ist seit nun schon 17 Jahren auch Festredner bei Jugendweihe-Feiern. Über die Jahre und auch mit der Entwicklung der eigenen Kinder weiß er genau, dass "am Jugendweihe-Abend nur vermeintlich alles anders" sei. "Früher war mit der Jugendweihe zumeist auch die Schulzeit zu Ende. Die Jugend ging weit weg von zuhause, um einen Beruf zu erlernen", blickte Hövelmann in frühere Gegebenheiten. Die Eltern-Generationen hatten im Vergleich zu ihren Kindern "weit weniger Möglichkeiten als Ihr. Ihr könnt aus Eurem Leben tatsächlich machen, was Ihr wollt."
Dank, so Hövelmann, gilt den Eltern für ein wohlbehütetes Aufwachsen, den Großeltern für zusätzliche Hilfen - sei es mit einem Rat oder zusätzlichem Taschengeld. Neben dem "Erwachsensein" spielte nun das "Verantwortung übernehmen" eine wachsende Rolle, mahnte er die Jugendlichen. "Schätzt die Freiheit, nutzt die Chancen, vergesst nicht den Anderen." An die Eltern ging der Appell, den Kindern den Weg zu ebnen, es ihnen aber "nicht zu leicht zu machen".
Der Ansprache folgte die Gratulation auf der Bühne. Es tat dem festlichen Rahmen gut, wie manch junger Mann noch schlaksig schlurfend oder mit falsch geknöpftem Jackett dort oben ankam, den Fehler jedoch bemerkte, korrigierte und plötzlich Haltung annahm. Dankend, zugleich aber auch selbstbewusst, wandten sich die jungen Erwachsenen abschließend an den Saal - schließlich bringt man längst dem Vater das Bier, erklärt den Großeltern "neumodischen Technikkram" und hilft im Haushalt.