80 Jahre Kriegsende Als Zerbst in Trümmern versank - Erinnerungen an die Bombardierung 1945
Filmaufnahmen aus dem unzerstörten Zerbst werden während der Gedenkwoche im April gezeigt, die zudem mit Zeitzeugenberichten und weiteren Veranstaltungen aufwartet.

Zerbst - Der 16. April 1945 ist für Zerbst ein einschneidendes Datum. Damals ging die Stadt im Bombenhagel unter. Kurz vorm Ende des Zweiten Weltkrieges sorgte ein amerikanischer Luftangriff für hunderte Tote und eine Ruinenlandschaft. Nur wenige Gebäude blieben unversehrt, die meisten versanken in Trümmern.
Genau 80 Jahre ist das nun her, Anlass das alljährliche Gedenken auf eine ganze Woche auszudehnen, und zwar vom 12. bis zum 19. April 2025.
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Am 12. April findet in Erinnerung an die schweren Kämpfe um den Brückenkopf Barby das traditionelle Gedenken auf dem Friedhof in Walternienburg statt. Das damalige Aufeinandertreffen deutscher und amerikanischer Truppen wird ebenfalls eine Rolle im Vortrag von Herbert Witte spielen, den der Hobbyhistoriker am 14. April im Fasch-Saal der Stadthalle hält. Detailliert und anhand selten gezeigter Fotos schildert er, wie die Region damals zum Frontgebiet wurde.
Zerbster erinnern sich an den Luftangriff am 16. April 1945
Im Museum der Stadt laufen unterdessen längst die Vorbereitungen für die Ausstellung „Kriegsende und Neubeginn. Erinnerungen Zerbster Bürger an den 16. April 1945“. Diese soll am 15. April eröffnet werden. Einen Tag später folgt eine weitere Ausstellungseröffnung, und zwar im erhaltenen Trakt des Zerbster Schlosses, das beim verheerenden Luftangriff auf die Stadt Treffer abbekommen hat.
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So geht es am historischen Ort denn auch um „80 Jahre Zerstörung der Zerbster Residenz“. Dies ist allerdings nicht die einzige Veranstaltung am Jahrestag der Bombardierung, die am 16. April um 10.20 Uhr begann – genau um diese Zeit wird der Todesopfer jenen Tages gedacht, die auf dem Heidetorfriedhof ruhen, wo es wie in jedem Jahr eine Kranzniederlegung geben wird. Am Abend gestaltet die Zerbster Kantorei außerdem ein Gedenkkonzert in der Trinitatiskirche.
Schmalfilme entführen in das noch unzerstörte Zerbst vor 1945
„Zerbst zur Schmalfilmzeit“ ist am 17. April zu erleben. Im Katharina-Saal der Stadthalle sind Aufnahmen zu sehen, die die Stadt vor der Zerstörung zeigen, aber auch in die Zeit von 1945 bis 1949 blicken und den Neuanfang und die 1000-Jahrfeier widerspiegeln.
Mit einer Zeitreise durch Zerbst endet die Gedenkwoche schließlich am 19. April. Im Rahmen der ersten öffentlichen Stadtführung des Jahres lädt die Tourist-Information ein, das alte Zerbst zu entdecken, das Zerbst nach dem Luftangriff und wie sich die Stadt nach 80 Jahren verändert hat.