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Bürgerarbeit wird im Bereich Zerbst gut umgesetzt / Aussicht auf weitere Plätze Rege, engagiert und mit neuer Perspektive

Von Judith Kadow 12.11.2011, 04:24

Eine Perspektive nach langer Arbeitslosigkeit ist die in diesem Jahr initiierte Bürgerarbeit. In der Einheitsgemeinde Zerbst sind derweil 98 der 99 bewilligten Plätze besetzt - und sieben weitere stehen in Aussicht.

Zerbst l Im März haben im Raum Zerbst die ersten Bürgerarbeiter ihre Arbeit aufgenommen. Eine davon ist Hannelore Dolge, die in der Begegnungsstätte Nord der Volkssolidarität eine neue berufliche Heimat gefunden hat. Zusammen mit Birgit Pretz, die im April ihre Bürgerarbeitsstelle hier begonnen hat, unterstützen sie die Volkssolidaritätsmitarbeiter tatkräftig. "Ich richte den Saal her, rücke die Tische zurecht, decke sie ein", beschreibt Hannelore Dolge einige ihrer täglichen Arbeiten.

Perspektive für drei Jahre

Währenddessen ist Birgit Pretz meist in der Küche zu finden. Fast täglich backt sie für die Senioren leckere Kuchen verschiedenster Art. "Bevor ich hier angefangen habe, konnte ich einen Tortenboden mit Obst belegen", meint Birgit Pretz mit einem Lächeln. Mittlerweile ist sie eine begnadete Bäckerin.

Im Gegensatz zu Hannelore Dolge war Birgit Pretz mit der Einrichtung jedoch schon vertraut. 2006 arbeitete sie dort bereits als Ein-Euro-Kraft, später auch ehrenamtlich. "Ich bin nicht der Typ, der zuhause rumsitzen kann", sagt die gelernte Zootechnikerin. "Das es hier mit der Stelle geklappt hat, ist die schon fast perfekte Lösung für mich", meint Pretz. Zumal, und das gefällt beiden Frauen, die Tätigkeiten abwechslungsreich sind, der Kontakt zu Menschen da ist und kein Tag den selben Ablauf hat. "Und wir haben eine Perspektive und das Wissen, dass wir drei Jahre lang erstmal einen sicheren Arbeitsplatz haben", fügt Hannelore Dolge hinzu.

"Die Frauen sind eine große Unterstützung für uns", betont die Leiterin der Begegnungsstätte, Sigrun Bürgel. Das gilt für deren Engagement, Arbeitswillen, aber auch die Bereitschaft, an Wochenenden oder Feiertagen ebenso mit anzupacken. "Beispielsweise sind hier sonntags Veranstaltungen oder an Silvester werden wir geöffnet haben", so Bürgel. Auch dann mitzuarbeiten, sei nicht selbstverständlich.

Die vier Bürgerarbeiter, die seit September für den Schlossgarten eingeteilt sind, erzählen von ähnlichen Erfahrungen. Rita Rothe, Rita Nillius, Jörg Kaiser und Thoralf Wilhelm sind für die Pflege der Anpflanzungen und Wege zuständig, die in den vergangenen drei Jahren dort angelegt wurden, aber auch für die Vor- und Nachbereitung von Flächen, wie jener, auf der der Rotary Club Zerbst jüngst neue Bäume pflanzte.

Ute Schilling, zuständige Sachbearbeiterin für Grünflächen der Stadt, teilt den Männer und Frauen mit, was es zu tun gibt, gibt eine kurze Einweisung, wenn nötig. Danach läuft die Arbeit sehr selbständig. "Sie sind sehr fleißig und voll motiviert", erzählt sie. Auch die Zusammenarbeit mit dem Bauhof klappt bestens.

98 von 99 Plätzen besetzt

"Tolle Ideen nützen nichts, wenn keine Personen da sind, um sie umzusetzen", sagt Petra Lindner von der B A-Strukturförderungsgesellschaft, dem Träger dieser Maßnahme. "Dabei geht es um Projekte mit Nachhaltigkeit. Die Bürgerarbeiter sollen beispielsweise nicht nur Laub fegen", bringt es Lindner auf den Punkt. Lediglich ein Platz ist noch unbesetzt. "Es gab eine Mitteilung vom Bund, dass diese Maßnahme nicht überall so konsequent umgesetzt wird, wie hier." Daher sind Ressourcen freigeworden, die sieben weitere Plätze in Zerbst möglich machen. Bis Mai sollen diese besetzt sein.

Für jeweils drei Jahre können die 98 Bürgerarbeiter in Zerbst wieder einer geregelten Arbeit nachgehen. Sie helfen und unterstützen in Kinder-, Jugend- und Senioreneinrichtungen, in Vereinen, Pflegeheimen, Schulen und kulturellen Einrichtungen. In den verschiedensten Bereichen. "Wir schauen sehr genau, zu welchem Bewerber welche Stelle passt und das funktioniert gut", sagt Petra Lindner.