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Berliner Fernwärme BEW will 3,3 Milliarden Euro ins Fernwärmenetz investieren

Das Berliner Fernwärmenetz gehört seit einem Jahr dem Land. Um bis 2045 klimaneutral zu werden, stehen in den nächsten Jahren Investitionen in Milliardenhöhe an.

Von dpa 02.04.2025, 17:11
Senatorin Giffey und BEW-Chef Christian Feuerherd präsentieren die erste Jahresbilanz des inzwischen landeseigenen Unternehmens.
Senatorin Giffey und BEW-Chef Christian Feuerherd präsentieren die erste Jahresbilanz des inzwischen landeseigenen Unternehmens. Sebastian Gollnow/dpa

Berlin - Die landeseigene Berliner Energie und Wärme GmbH (BEW) will bis 2030 rund 3,3 Milliarden Euro in die klimaneutrale Umrüstung des Berliner Fernwärmenetzes stecken. Die Summe soll zu einem großen Teil über Kredite finanziert werden, sagte BEW-Chef Christian Feuerherd. Eine hohe Eigenkapitalquote von rund 50 Prozent sorge für gute Konditionen am Fremdkapitalmarkt. Ein Drittel der Summe sei bereits über eine Brückenfinanzierung durch mehrere Banken sichergestellt.

Derzeit läuft etwa die Umstellung des Heizkraftwerks Reuter West von Kohle auf erneuerbare Heizstoffe. Dort soll unter anderem eine Abwasser-Großwärmepumpe oder eine Dampfturbine, die mit Abwärme aus der Abfallverbrennung betrieben wird, die Kohle ablösen. Nach und nach sollen auch die übrigen acht großen Heizkraftwerke entsprechend umgerüstet werden.

2.000 Kilometer langes Netz versorgt 700.000 Wohnungen

Berlin hatte das mehr als 2.000 Kilometer lange Fernwärmenetz zum Mai vergangenen Jahres vom Energiekonzern Vattenfall übernommen. Es versorgt rund 700.000 Wohnungen in der Hauptstadt mit Fernwärme. Ziel des Senats ist es, das Netz bis 2045 vollständig klimaneutral umzubauen. Für Vattenfall stand die Trennung fossiler Energieerzeugung im Fokus. 

Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) kündigte für die Fernwärme einen konkreten Fahrplan für die Dekarbonisierung noch im laufenden Jahr an. Dabei baue der Senat auf bestehenden Plänen des früheren Eigentümers Vattenfall auf, betonte sie. Es gehe um die Aktualisierung und Weiterentwicklung. 

Giffey betonte, es sei richtig gewesen, das Netz wieder in die öffentliche Hand zu überführen. Das sei wichtig für die Daseinsvorsorge in Berlin und für das Bemühen um den klimaneutralen Umbau.

Die BEW machte im ersten Jahr ihres Bestehens einen Umsatz von rund 1,9 Milliarden Euro. Das waren rund 190 Millionen Euro weniger als im Jahr davor. Der Rückgang liegt dem Unternehmen zufolge an sinkenden Wärmepreisen und geringeren Absatzmengen aufgrund von höheren Temperaturen. Auch die Strompreise lagen unter denen des Jahres 2023. Unterm Strich machte die BEW einen Gewinn von rund 15,8 Millionen Euro. Vattenfall hatte 2023 noch einen Überschuss von 65 Millionen Euro erzielt.