Kriegsfolgen Bombenentschärfung in Chemnitz verläuft reibungslos
Eine Weltkriegsbombe, Drohnen im Einsatz und Tausende auf den Beinen: In Chemnitz müssen viele Menschen raus aus ihren Häusern. Mitten in einem Wohngebiet wird ein Blindgänger entdeckt.

Chemnitz - Für rund 3.300 Menschen in Chemnitz hieß es am Mittwoch: raus aus den eigenen vier Wänden. Eine 250-Kilogramm-Fliegerbombe war am Vortag in Altchemnitz entdeckt worden und musste entschärft werden. Der Einsatz sei gegen 15.24 Uhr erfolgreich beendet worden, teilte die Stadt mit. Der Sperrkreis wurde anschließend aufgehoben und die Anwohnerinnen und Anwohner konnten wieder zurück in ihre Häuser.
Betroffen waren Teile der Stadtteile Altchemnitz, Erfenschlag, Reichenhain und Harthau. Während die meisten die Zone selbstständig verließen, mussten rund 400 Menschen von Polizei und Stadtordnungsdienst in Sicherheit gebracht werden. Unterstützung kam auch aus der Luft: Die Drohneneinheit der Feuerwehr nutzte Wärmebildkameras, um sicherzustellen, dass alle Gebäude geräumt waren.
Aufwendiges Verfahren verzögert Entschärfung leicht
Die Polizei zeigte sich im Anschluss zufrieden mit dem Ablauf. „Nach Einschätzung der Kollegen vom Kampfmittelbeseitigungsdienst gab es keine großen Probleme“, sagte Polizeisprecher Andrzej Rydzik. Allerdings habe der Einsatz etwas mehr Zeit in Anspruch genommen, da man sich für eine etwas aufwendigere Verfahrensweise entschieden habe.
Der Blindgänger war am Dienstag bei Arbeiten auf einem Privatgrundstück gefunden worden. Laut Polizei handelte es sich um eine Bombe britischer Bauart aus dem Zweiten Weltkrieg. Rund um den Fundort befinden sich überwiegend Doppelhaushälften und etwas entfernter auch Mehrfamilienhäuser.
Den Angaben der Stadt zufolge hatte der Kampfmittelräumdienst einen Sperrkreis von 1.000 Metern angeordnet. Für Anwohner, die kein Ausweichquartier hatten, stand eine Leichtathletikhalle im Sportforum offen.