Aktionstag am 1. März Frauen leisten weit mehr unbezahlte Arbeit als Männer
Der Equal Care Day an diesem Samstag weist auf die ungerechte Verteilung von Aufgaben in vielen Partnerschaften hin. Niedersachsens Gesundheitsminister Andreas Philippi warnt vor den Folgen.

Hannover - Kochen, waschen, Kinder betreuen - die Arbeit im Haushalt bleibt immer noch überwiegend an Frauen hängen. Darauf macht der sogenannte Equal Care Day an diesem Samstag aufmerksam. Wie das Sozialministerium in Hannover mitteilte, leisteten Frauen in Niedersachsen im Jahr 2022 durchschnittlich 8 Stunden und 42 Minuten mehr unbezahlte Arbeit als Männer. Ein Großteil entfalle auf das Putzen und Waschen, gefolgt von Küchenarbeit und Einkaufen. Eine Folge sei, dass Frauen oftmals in Teilzeit arbeiteten, wodurch sie weniger Gehalt und später eine deutlich geringere Rente bekommen, hieß es.
Niedersächsische Männer bringen laut Ministerium die meiste Zeit ihrer unbezahlten Arbeit für die Gartenarbeit oder handwerkliche Tätigkeiten auf.
Gesundheits- und Gleichstellungsminister Andreas Philippi sieht auch die mentale Belastung durch Care-Arbeit als Problem: „Zur unbezahlten Arbeit von Frauen gehört längst nicht nur der körperliche, sondern gleichermaßen der mentale Aufwand“, sagte der SPD-Politiker. „Dazu zählen all jene Tätigkeiten, die nicht sichtbar und doch unverzichtbar sind für ein familiäres Zusammenleben, wie zum Beispiel die Terminplanung oder Entscheidungsfindung.“
Im schlimmsten Fall könnten die Belastungen zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Burn-out führen. Notwendig sei eine „partnerschaftliche Aufteilung von Sorgearbeit“. Das Motto am Equal Care Day in diesem Jahr lautet #GemeinsamLauter.