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Sicherheit Gelbe Karte für Raser – Schüler mahnen Verkehrssünder

Wenn Kinder Temposünder stoppen: In Sachsen läuft die Aktion „Blitz für Kids“. Zwei Wochen lang verteilen Schüler Lob – oder Ermahnungen. Was das bringt und wie Fahrer reagieren.

Von dpa 02.04.2025, 11:27
Wer alles richtig macht, bekommt ein Lob von den Schülern.
Wer alles richtig macht, bekommt ein Lob von den Schülern. Robert Michael/dpa

Radeberg - Gemeinsam mit Schülern kontrolliert die Polizei zwei Wochen lang den Verkehr vor Grundschulen in Sachsen. „Es geht um die Verkehrssicherheit der Kinder. Das sind die Kleinsten im Straßenverkehr, die Schwächsten“, sagte Innenminister Armin Schuster (CDU) beim offiziellen Auftakt der Verkehrssicherheitskampagne „Blitz für Kids“ in Radeberg. 

Man habe die Unfälle mit Kindern in den vergangenen 30 Jahren um 60 Prozent reduzieren können. „Das ist das Ziel von solchen Aktionen.“ Besonders vor den Schulen sollen die Verkehrsteilnehmer für eine sichere Fahrweise sensibilisiert werden. 

Schüler ermahnen Verkehrssünder

Dafür werden in der ersten Woche gelbe Karten an Fahrer verteilt, die zu schnell unterwegs waren. Von den Schülerinnen und Schüler gibt es zusätzlich eine Ermahnung. „Wer auf einem Schulweg oder vor einer Schule zu schnell fährt, das kann lebensgefährlich sein. Ich glaube, das können die Kinder am besten deutlich machen“, sagte Schuster. Bei den Autofahrern bleibe die Erfahrung hängen, sie würden das so schnell nicht vergessen.

Für die Schulklasse ist das Blitzen eine willkommene Abwechselung vom Schulalltag. „Das macht echt viel Spaß“, erzählt Viertklässler Theo. „Bis jetzt sind die meisten Fahrer immer sehr gut gefahren.“

Ab 7. April wird konsequent geahndet

Wer sich an die Verkehrsregeln hält, erhält eine grüne Karte - und ein Lob von den Schülerinnen und Schülern. Ab dem 7. April wird es für Verkehrssünder ernster: Die Geschwindigkeitskontrollen werden wiederholt und alle Verstöße konsequent geahndet.

Autofahrerin Christina Schulz hat alles richtig gemacht. Sie freut sich über den Dank der Kinder: „Das ist natürlich total süß, wenn die Kinder sich so bedanken.“ Schulz fährt jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit an der Schule vorbei. „Eigentlich ist es selbstverständlich, dass man da langsam fährt und aufpasst.“

„Blitz für Kids“ seit 1995

Die Verkehrssicherheitsaktion findet seit 1995 jährlich statt. Gemeinsam mit dem ADAC Sachsen soll sie auf den besonderen Schutz der 6- bis 15-Jährigen auf dem Schulweg und in der Freizeit aufmerksam machen und zu besonderer Vorsicht und Rücksicht mahnen. 

2024 waren laut Innenministerium etwa sieben Prozent der knapp 26.000 kontrollierten Fahrzeuge zu schnell unterwegs, in 212 Fällen wurde eine Bußgeldanzeige gefertigt. Den Angaben nach verunglückten im vergangenen Jahr 1.248 Kinder im Straßenverkehr - 1995 waren es 3.038.