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Schutz der Weltmeere NGOs verlangen Ende der Öl- und Gasförderung im Meer

Bei der Suche nach Öl- und Gasvorkommen im Meer machen Menschen mit Schallkanonen erheblichen Lärm. Das terrorisiert fast sämtliche Meeresbewohner. Für 111 NGOs gibt es nur eine Lösung.

Von dpa 03.04.2025, 04:19
Ein Weißer Hai im Atlantischen Ozean vor der Küste Südafrikas.
Ein Weißer Hai im Atlantischen Ozean vor der Küste Südafrikas. Neil Hammerschlag/Shark Research/dpa

Zürich - Mehr als 100 Umweltorganisationen prangern die „zerstörerische Praxis der Öl- und Gassuche in den Meeren“ an. Sie fordern die Regierungen der Welt auf, bei der UN-Ozeankonferenz im Juni in Nizza ein sofortiges Verbot weiterer Öl- und Gasexplorationen zu verhängen.

„Diese Aktivitäten gehören zu den intensivsten Lärmbelastungen in unseren Meeren“, teilte Nicolas Entrup von der Organisation OceanCare mit, auf deren Initiative der offene Brief zurückgeht. Unterzeichnet wurde er von 111 Umwelt-, Klima- und Meeresschutzorganisationen (NGOs) auf sechs Kontinenten. „Sie haben schwerwiegende oder gar tödliche Auswirkungen auf die Meeresfauna, vom kleinsten Plankton bis hin zu großen Walen.“

Meeresschutz ist Klimaschutz

Gesunde Meere seien wichtig, unter anderem weil sie einen Teil der Wärme aufnehmen, die im Zuge des Klimawandels entsteht. „Wir können den Klimanotstand nicht bewältigen, ohne den Ozean zu schützen, und wir können Meeresökosysteme nicht retten, ohne die Öl- und Gassuche mit Schallkanonen einzustellen und die Produktion fossiler Brennstoffe zu beenden“, betonte Entrup.

Europa könne dabei Vorreiter sein. Frankreich, Spanien und Portugal hätten die Suche nach neuen Öl- und Gasvorkommen bereits verboten. Dabei suchen Expeditionen etwa mithilfe von seismischen Druckluftkanonen den Meeresgrund nach Bodenschätzen ab. Solche Airguns geben kontinuierlich laute Schüsse über ein breites Frequenzspektrum ab, deren Echos Aufschluss über die Beschaffenheit des Untergrunds geben.

Vom 9. bis 13. Juni findet in Nizza an der französischen Mittelmeerküste die dritte UN-Ozeankonferenz statt, nach New York (2017) und Lissabon (2022). Es geht darum, in Einklang mit den Zielen des Klimaabkommens von 2015 nun Vereinbarungen zum Schutz der Ozeane zu treffen. Das entspricht auch einem der 17 Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung (SDG), dem Ziel 14. Dabei geht es darum, Ozeane und Meeresressourcen im Sinne nachhaltiger Entwicklung zu erhalten und nachhaltig zu nutzen.