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Käufe im Spiel Online-Spiele erst ab 18? Landtag stimmt für Regulierung

Glücksspiel im Gaming: Niedersachsen fordert strengere Regeln für bestimmte Videospiele. Welche Maßnahmen im Raum stehen.

Von dpa 26.02.2025, 15:08
Viele Spiele enthalten Mechanismen, die gerade Kinder und Jugendliche zu weiteren Käufen animieren sollen. (Symbolbild)
Viele Spiele enthalten Mechanismen, die gerade Kinder und Jugendliche zu weiteren Käufen animieren sollen. (Symbolbild) Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Hannover - Online-Spiele mit glücksspielähnlichen Inhalten sollen strenger reguliert werden – dafür spricht sich Niedersachsens Landtag aus. Konkret geht es insbesondere um Käufe im Spiel, bei denen man vorher nicht weiß, welche Inhalte man tatsächlich bekommt.

In einigen Spielen sind diese Käufe nötig, um überhaupt Fortschritte machen zu können oder um konkurrenzfähig zu sein – etwa, wenn in einer Fußball-Simulation ein Spielerpäckchen mit einer Chance auf einen Topstar wie Lionel Messi gekauft wird. Bezahlt werden diese Käufe oft mit virtuellen Währungen, so dass die Kosten in Euro nicht sofort ersichtlich sind.

Im Gaming spricht man von sogenannten Lootboxen (wörtlich: Beutekisten). Damit sind virtuelle Behälter oder Packs gemeint, die eine zufällige Sammlung bestimmter Spielgegenstände enthalten. Zu finden sind diese in sehr vielen Spielen, bekannte Beispiele sind „Counter-Strike“, der „Fifa“-Nachfolger „EA Sports FC“ oder das Handyspiel „Castle Clash“.

Ministerin: „Lockangebot, ohne zu wissen, was man kauft“

Auf Antrag von SPD und Grünen votierte der Landtag dafür, dass sich die Landesregierung bei der EU für einen neuen Regulierungsrahmen starkmacht. Unter anderem soll sich das Land demnach dafür einsetzen, dass die Kosten transparenter werden und für „suchtfördernde Mechanismen“ eine Kennzeichnungspflicht besteht. 

Das Spiel müsste also Hinweise liefern, dass es Elemente enthält, die dazu führen können, dass man immer wieder Geld ausgibt. Auch eine Freigabe der Spiele mit Lootboxen erst ab 18 Jahren sowie Warnhinweise zur Dauer der Spielzeit sollen geprüft werden.

„Ein Lockangebot, ohne zu wissen, was man kauft – das kommt einem Einstieg in das Glücksspiel gleich“, sagte Verbraucherschutzministerin Miriam Staudte. Denn gerade Kinder und Jugendliche würden zum Kauf der Lootboxen animiert. 

Der Kaufpreis und der Inhalt der „Überraschungstüten“ sei dabei oft nicht klar ersichtlich, kritisierte die Grünen-Politikerin. „Hier müssen die Verbraucherinnen und Verbraucher besser geschützt werden – durch konkrete Preisangaben, Altersbeschränkungen und Aufklärungskampagnen.“

Neben den Regierungsfraktionen von SPD und Grünen stimmte auch die CDU für den Antrag. Die AfD enthielt sich.