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Osterbräuche Ostersaison startet: Bunte Farbenpracht auf sorbischen Eiern

Wenige Wochen vor Ostern starten bei den Sorben die Vorbereitungen. Der Gestaltung der Ostereier kommt eine besondere Bedeutung bei. Was hat es damit auf sich?

Von dpa 26.03.2025, 14:02
Die Sorbischen Ostereier werden in aufwendiger Handarbeit gefertigt.
Die Sorbischen Ostereier werden in aufwendiger Handarbeit gefertigt. Soeren Stache/dpa

Potsdam - Wenige Wochen vor Ostern werden im Heimatmuseum in Dissen wieder bunt gemusterte und sorgsam gestaltete sorbische Ostereier gefertigt. Traditionell vier Wochen vor Ostern beginne man mit Besuchern die Eier zu gestalten, sagte eine Mitarbeiterin des Museums im Landkreis Spree-Neiße. Eine Woche nach Ostern würden die Arbeiten für dieses Jahr eingestellt. Die Zeit vor Ostern ist bei den Sorben und Wenden auch die Zeit des Eierbemalens - sie sind bekannt für ihre kunstvoll verzierten Ostereier.

Auf die Eier wird in Feinarbeit Wachs aufgetragen. Bei einer Technik wird verschieden eingefärbtes Wachs auf die Eier getupft. Bei einem zweiten Verfahren werden die Eier in Wachs getaucht. Anschließend wird das Muster freigelegt, indem an den entsprechenden Stellen das Wachs weggekratzt wird. Diese Technik beherrschen die Sorben und Wenden in der Lausitz bereits seit Jahrhunderten. An besonders filigranen Bildern arbeiten die Künstler teilweise mehr als acht Stunden.

Symbole haben unterschiedliche Bedeutung

Dabei werden die Eier nicht wahllos bemalt. Jedes Zeichen hat eine Bedeutung. Die häufig gemalte Sonne steht etwa für den beginnenden Frühling und das erwachende Leben. Die feinen Reihen aus sogenannten Wolfszähnen stehen für die Abwehr des Bösen.

Die Sorben sind eine der vier anerkannten Minderheiten in Deutschland. In der Lausitz in Brandenburg und im benachbarten Freistaat Sachsen leben etwa 60.000 Sorbinnen und Sorben. Sie haben eine reiche kulturelle Tradition mit zahlreichen Bräuchen wie das Zampern und das Waleien.