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Raffinerie Woidke will bessere Ölversorgung für PCK

Die Auslastung der PCK-Raffinerie in Schwedt muss aus Sicht von Brandenburgs Regierungschef Woidke verbessert werden. Das BSW will ein Ende des Öl-Embargos. Woidke macht andere Vorschläge.

Von dpa 02.04.2025, 10:47
Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke hält ein Ende des Öl-Embargos gegen Russland nur unter Bedingungen für sinnvoll.
Brandenburgs Regierungschef Dietmar Woidke hält ein Ende des Öl-Embargos gegen Russland nur unter Bedingungen für sinnvoll. Soeren Stache/dpa

Potsdam - Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) will die Auslastung der Ölraffinerie PCK in Schwedt möglichst schnell verbessern. Ein Ende des Öl-Embargos gegen Russland hält er anders als sein Koalitionspartner BSW nur unter Bedingungen für sinnvoll. „Wir können nicht darauf warten, dass in Moskau Friedenstauben aufsteigen. Wir müssen die Mineralölversorgung der PCK Schwedt jetzt verbessern“, sagte Woidke der „Märkischen Allgemeinen“. „Dazu sprechen wir mit allen, die helfen können.“ 

Woidke: Mehr Öl aus Kasachstan

Die Raffinerie versorgt weite Teile des Nordostens und Berlin mit Sprit, Heizöl, Kerosin und anderen Raffinerieprodukten. Früher verarbeitete sie nur russisches Öl aus der Pipeline Druschba. Die Bundesregierung entschied wegen des russischen Angriffs auf die Ukraine, ab 2023 auf russisches Pipeline-Öl zu verzichten. PCK stellte auf andere Quellen um. Der Bund hat die Kontrolle über die deutschen Tochtergesellschaften des russischen Staatskonzerns Rosneft und ihre Anteile an PCK. 

Die Auslastung der Raffinerie lag zuletzt laut Woidke bei 80 Prozent - damit schreibt die Raffinerie rote Zahlen. Der Regierungschef sieht mehrere Möglichkeiten, um sie besser mit Öl zu versorgen. „Kasachstan hat sich als verlässlicher Lieferant erwiesen. Vielleicht geht da noch mehr“, sagte Woidke. „Auch die Pipeline über Rostock muss leistungsfähiger werden.“ 

AfD und BSW für Rückkehr zu Öl aus Russland

Während die oppositionelle AfD und der Koalitionspartner BSW auf ein Ende des Öl-Embargos gegen Russland dringen, würde Woidke eine mögliche Rückkehr zu Öl aus Russland in Schwedt erst nach einem Frieden in der Ukraine grundsätzlich begrüßen. „Sanktionen sind das mildeste Mittel, um eine Regierung zum Nachdenken über ihren Kurs zu bringen“, sagte Woidke. „Wenn Russland wieder zum Frieden und dem Völkerrecht zurückkehren sollte, müssen auch wieder Wirtschaftsbeziehungen zu Russland möglich sein.“ 

Der Parlamentarische Geschäftsführer der BSW-Fraktion, Falk Peschel, hatte die Forderung seiner Partei am Dienstag bekräftigt. „Man muss wirtschaftlich handeln“, sagte er.